Wolmirstedt l Es steht seit fast einem viertel Jahrhundert im Sommerkalender der Stadt: das News-Release-Basketballcamp. Dafür kommen um die einhundert Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland nach Wolmirstedt, um mit einem amerikanischen College-Team die Tricks und Kniffe des Basketball-Sports zu erlernen. Doch die 24. Auflage dieses Camps fällt aus. Das Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasium steht nicht zur Verfügung. Anfang Juli starten dort Bauarbeiten.

„Na klar bin ich traurig“, sagt Karsten Stier, Vereinsvorsitzender der Wolmirstedter Baskets, „aber ich hoffe, dass es im nächsten Jahr wieder ein Camp gibt.“ Er hatte vieles versucht, aber keine wirkliche Alternative gefunden. Die Stadt hatte die Sporthalle der Gutenberg-Schule angeboten, die Baskets und ihre Gäste hätten auch die Aula für die Essensversorgung nutzen können, aber es gab keine Schlafräume.

Doch den Charme dieses Camps macht unter anderem aus, dass die Amerikaner und die Kinder und Jugendlichen die Woche komplett gemeinsam verbringen. „Würden die Kids abends nach Hause gehen, wäre es nicht dasselbe gewesen“, sagt Karsten Stier, „außerdem wäre es schwierig geworden, Kinder und Jugendliche von außerhalb dabei zu haben.“

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Schwere Entscheidung

Für gewöhnlich schlafen die Campteilnehmer in Klassenräumen des Gymnasiums, in der Gutenberg-Schule sei das nicht möglich, weil die Lehrer ihre Räume bereits für das Schuljahr ausgestalten wollen.

Schweren Herzens haben sich die Baskets entschlossen, Team-Chef Steve nach Amerika schreiben, dass es in Wolmirstedt in diesem Jahr kein Camp geben kann.

Wegen der Bauarbeiten muss nicht nur das Camp weichen, vor allem sind auch die Schulklassen des Gymnasiums betroffen. Einige werden in der ehemaligen Harnisch-Schule unterrichtet. Dort sind bereits Klassen der Gemeinschaftsschule „Johannes Gutenberg“ untergebracht, Gymnasialklassen werden dazustoßen. Nun werden weitere Klassenräume frisch renoviert.

Das Kurfürst-Gymnasium gehört dem Landkreis, wurde 1995 gebaut. Inzwischen müssen die Fenster sowie die Kesselanlagen und die Warmwasserbereitung erneuert werden. Insgesamt stehen 3,13 Millionen Euro zur Verfügung, die Europäische Union fördert drei Viertel des Vorhabens, schießt aus dem Stark-III-Eler-Programm 2,35 Millionen Euro dazu.

Das Gymnasium bekommt neue Außentüren und Fenster mit Sonnenschutz, eine neue Heizungsanlage, dezentrale Lüftungsgeräte, neue Sicherheitsbeleuchtung, Umrüstung auf LED-Beleuchtung, eine Photovolktaikanlage, eine neue Brand- sowie Einbruchmeldeanlage. Gebaut wird in sechs Bauabschnitten, im April soll alles fertig sein. Dauert es länger, werden die Bauarbeiten auf jeden Fall während der Prüfungszeit ruhen.