Heinrichsberg l Jetzt hat der Wettlauf um Ideen und Geld begonnen. Der Startschuss für die Lokale Arbeitsgruppe (LAG) Colbitz-Letzlinger Heide und ihre etwa 40 Mitglieder – darunter Kommunen, Vereine, Unternehmen und Privatpersonen - fiel am Donnerstagabend in Heinrichsberg.

Wer von den aus drei EU-Fördertöpfen gespeisten Finanzmitteln etwas abhaben möchte, muss sich sputen. Bis 15. September 2016 sollen die Ideen zu Papier gebracht und beim LAG-Management eingereicht sein. Es prüft die Anträge und erstellt gemeinsam mit dem Vorstand eine Prioritätenliste.

Erst danach wird es ernst. Liegt die Liste vor, können die Förderanträge gestellt werden. So oder ähnlich läuft es jetzt in 22 weiteren lokalen Arbeitsgruppen in Sachsen-Anhalt, in 320 LAG in ganz Deutschland und in über 3000 in Europa.

In Heinrichsberg erfuhr die Mitgliederversammlung der LAG Colbitz-Letzlinger Heide nunmehr, welche Projekte in dieser Förderperiode gute Chancen haben, um Fördergeld aus Brüssel zu erhalten. So richtig los geht es aber erst 2017. Aber auch schon in diesem Jahr werden Vorhaben zur lokalen Entwicklung umgesetzt. Sie standen zuvor schon auf der Prioritätenliste. Darunter die Trockenlegung eines Innenraumes der katholischen Klosterkirche in Groß Ammensleben und die energetische Sanierung im Schwimmbad Zielitz.

Die Fördermittel für die jetzt neu beginnende Förderphase kommen aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds (ELER), aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und dem Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Außerdem fördert auch der Landkreis Börde - übrigens als einziger in Sachsen-Anhalt – in kleinerem Rahmen Projekte.

„Alle Akteure in der Region sind angesprochen“, appellierte Dr. Wolfgang Bock vom LAG-Management, „wichtig sind Ihre Ideen und Ihre Projekte. Wir prüfen, ob es in unser Konzept passt und welches Förderprogramm das Richtige ist.“ Besonders gute Chancen haben Projekte, die auf die öffentliche Daseinsvorsorge setzen, den demografischen Wandel begleiten, Stadt und Umland miteinander vernetzen oder kulturelles Erbe auf dem Lande bewahren. Tourismus, Klimaschutz und regionale Produkte sind ebenso gefragt.

Jeder an einer Förderung Interessierte kann sich individuell beraten lassen. Entweder vom Management oder direkt beim Amt für Landwirtschaft, Forst und Flurneuordnung mit Sitz in Wanzleben. „Man muss viel Papier lesen, um optimal mit den Auswahlkriterien umgehen zu können. Scheuen Sie sich nicht, vor der Antragstellung unsere Beratung in Anspruch zu nehmen“, bot Beate Prange vom Amt für Landwirtschaft, Forst und Flurneuordnung (ALFF) potenziellen Antragstellern an.

Erste vage Ideen wurden im Heinrichsberger Dorfgemeinschafthaus schon geäußert, zum Beispiel Pläne für einen größeren Spielplatz im Feriendorf Bertingen oder für ein regional übergreifendes Reitwegenetz.