Schilfbrand

Anglerverein in Barleben hat Anzeige gestellt: Polizeirevier Börde ermittelt nun doch zum Großfeuer am Adamsee

Von Sebastian Pötzsch
Ein Boot, ein Trailer sowie der dazugehörige Unterstand des Anglervereins wurden während des Schilfbrandes zerstört.
Ein Boot, ein Trailer sowie der dazugehörige Unterstand des Anglervereins wurden während des Schilfbrandes zerstört. Foto: Feuerwehr Barleben

Barleben

„Wir haben den Vorgang an die Kripo weitergereicht. Eine Brandursachenermittlung wurde aufgenommen. Es wird wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt“, sagte der Pressesprecher weiter. Bereits am Donnerstagnachmittag seien Kollegen des Reviereinsatzdienstes vor Ort gewesen und hätten sich mit einem Vertreter des Angelvereins ausgetauscht.

Feuerwehren aus Wolmirstedt und Ebendorf nachalarmiert

Der Schilfbrand am Adamsee war am vergangenen Mittwoch aus bisher ungeklärter Ursache ausgebrochen. Gegen 13.30 Uhr waren die Freiwillige Feuerwehr Barleben alarmiert und kurze Zeit später Kräfte der Feuerwehren Ebendorf und Wolmirstedt hinzugezogen worden.

Die Flammen drohten, auf benachbarte Vereinshäuser überzugreifen. Die Rauchwolke des Großfeuers war bis nach Magdeburg zu sehen. Etwa eine halbe Stunde nach Eintreffen der ersten Kameraden konnte die Gefahr gebannt werden. Weitere 20 Minuten später war auch der Vollbrand des Schilfgürtels unter Kontrolle.

Erst nach knapp dreieinhalb Stunden hieß es schließlich „Feuer aus“. Mitglieder der betroffenen Vereine hatten noch bis in die späten Abendstunden eine Brandwache organisiert.

Rund vier Hektar Schilf waren den Flammen schließlich zum Opfer gefallen. Auch ein Boot eines Anglervereins und der dazugehörige Trailer samt Unterstand verbrannten vollständig.

Insgesamt waren rund 30 Kameraden im Einsatz. Einer musste wegen des Verdachts einer Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert werden und wurde am nächsten Tag wieder entlassen.

Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen

Unterdessen sorgten Nachrichten in den sozialen Netzwerken für Unruhe in Barleben. So geisterten Gerüchte um Brandstiftung herum. Auch Jürgen Kaftan, Vorsitzender des Anglervereins, hatte am Mittwochabend eine entsprechende Nachricht abgesetzt, war am Donnerstagvormittag allerdings wieder zurückgerudert: „Ich war selbst nicht vor Ort. Aber die Bilder haben den Verdacht auf Brandstiftung nahegelegt. Ohne Beweise oder Indizien muss man mit solchen Behauptungen sehr vorsichtig sein“, hatte der Vorsitzende gesagt.

Eine Volksstimme-Nachfrage beim Pressesprecher des Polizeireviers hatte zunächst ergeben, dass keine Brandursachenermittlung erfolgen würde. „Diese geschieht nur, wenn jemand diesen Vorgang zur Anzeige bringt“, erklärte Mattias Lütkemüller am Montag. Dies sei nun durch den Anglerverein geschehen.