Barleben l „Wir wollen zeigen, dass wir vernünftiger sind, als es momentan vielleicht erscheint“, erklärte Erik Gregor eine spontane Putzaktion in Barleben, die laut dem Gemeindesprecher Thomas Zaschke am ersten Ferientag stattgefunden hat. Es sei darum gegangen, so teilt er weiter mit, die Treffpunkte, an denen die Jugendlichen häufig zusammen sind, zu säubern.

Idee ging von Jugendlichen aus

Wie es genau dazu kam, erklärt der 19-Jährige auf Volksstimme-Nachfrage. „Die Idee kam ganz allein von uns Jugendlichen“, sagte er. „Wenn wir uns irgendwo getroffen haben, wurde sich danach immer darüber aufgeregt, wie es ausgesehen hätte, dagegen wollten wir etwas tun“. Gemeinsam mit einer Freundin, Alicia Friese, habe sich Erik Gregor ein paar Tage zuvor mit dem Barleber Bürgermeister Frank Nase (CDU), getroffen. Thematisiert hätten die beiden dabei, dass es nur noch wenig Räume für Jugendliche als Treffpunkt gäbe. „Gemeinsam haben wir nach einer Lösung gesucht“, teilte Erik Gregor mit. „Wenn wir das angehen, mit der Sauberkeit, dann zeigen wir vielleicht, dass es auch anders geht“, sei sein Gedanke gewesen.

Aus dem Austausch sei dann der Kompromiss zwischen ihnen und dem Bürgermeister entstanden: Wenn die Jugendlichen anfangen, in ihrem Ort und an ihren Treffpunkten aufzuräumen, dann gibt es in der Zukunft eventuell wieder neue Aufenthaltsräume.

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Hoffnung auf Aufenthaltsräume

„Es ist ja auch wirklich so“, erklärt Erik Gregor, „überall liegt so viel Müll herum, und er ist wirklich nur von uns gekommen. So kann das nicht weitergehen“. Deshalb hätten er und Friese die Sache in die Hand genommen und zu der Putzaktion aufgerufen.

Mit Besen, Schaufel und Papiergreifer bestückt, sammelten sie an der „Steinplatte“ neben der Heimatstube jede Menge Unrat auf, teilte Zaschke mit.

Danach hätten sie an der Haltestelle im Breiteweg, am Komplex Mittellandhalle und am Warentor eines Einkaufsmarkts Schmierereien entfernt. Wie Gemeindesprecher Thomas Zaschke die Aktion beschreibt, sei das eine mühevolle Arbeit gewesen, so hätte es auch einer der Jugendlichen, Kevin Hanker, festgestellt, als er Graffitis entfernte.

Auch Schmierereien entfernt

„Mit dieser Aktion haben die Jugendlichen meinen Respekt“, so Bürgermeister Frank Nase. Er wünscht sich, dass die Putzaktion keine einmalige Sache bleibt. Geplant, das erzählt Erik Gregor, hätten sie zunächst noch, den Sportplatz und den Anger zu bereinigen. Weil sie festgestellt hatten, dass es dort ersteinmal nicht so dringend war, blieben die von ihnen geleisteten Arbeiten vorerst die letzten.

„Der Ruf von uns Jugendlichen ist wirklich schlecht. Wir hoffen, dass die Putzaktion dazu beigetragen hat, ihn wieder aufzusfrischen“, sagt Erik Gregor hoffnungsvoll.