Anstieg bei jungen Menschen ist für die Jahreszeit üblich

Arbeitsmarkt in der Börde zeigt sich im Juli kaum verändert

Von Thomas Junk

Im Landkreis Börde waren im vergangenen Monat geringfügig weniger Menschen ohne festen Job als noch im Vormonat. Das geht aus dem aktuellen Arbeitsmarktbericht der Agentur für Arbeit Magdeburg hervor. Der Zuwachs an jungen Arbeitslosen unter 25 Jahren ist jedoch saisonbedingt.

Landkreis Börde l 14 798 Menschen waren im Juli im Landkreis Börde ohne Arbeit. Laut Arbeitsmarktbericht der Agentur für Arbeit Magdeburg, zu der auch die Geschäftsstellen in Haldensleben, Wolmirstedt, Oschersleben und Wanzleben gehören, waren damit 130 Frauen und Männer weniger arbeitslos gemeldet als noch im Juni.

Damit entwickelt sich der Landkreis Börde entgegen des Trends in den übrigen Geschäftsstellen. Im gesamten Agenturbereich stiegt die Arbeitslosenquote von 9,8 Prozent im Juni auf 9,9 Prozent im Juli. Dennoch zeigt sich Matthias Kaschte, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Magdeburg, zufrieden. "Im Juli zeigt sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt stabil. Wir können annähernd das Niveau des Vorjahres halten. Die Arbeitslosenquote betrug im Juli 9,9 Prozent, vor einem Jahr hatte sie sich auf 9,8 Prozent belaufen", so Kaschte.

Wolmirstedt mit Topquote, Oschersleben mit Flopquote

Aber auch innerhalb des Landkreises gibt es wie in den vergangenen Jahren stets große Unterschiede. Während in Haldensleben (7,2 Prozent) und in Wolmirstedt (6,6 Prozent) die wenigsten Menschen im gesamten Agenturbereich arbeitslos gemeldet sind, hat Oschersleben mit einer Arbeitslosenquote von 11,9 Prozent erneut die rote Laterne. Wanzleben liegt mit 8,3 Prozent auch noch unter dem Durchschnitt der Region Magdeburg.

Dass gerade in der Börde der Arbeitsmarkt trotz fast gleichbleibender Quote sehr in Bewegung ist, belegen folgende Zahlen: Im Juli meldeten sich in den vier Börde-Geschäftsstellen 1681 Menschen arbeitslos, gleichzeitig beendeten aber auch 1651 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit. Auffällig im Agenturbericht ist der deutliche Anstieg bei den jungen Arbeitslosen unter 25 Jahren. Im vergangenen Monat waren es knapp 300 Arbeitslose mehr als noch im Juni. Die Quote beträgt hier 10,5 Prozent. Für Matthias Kaschte handelt es sich dabei allerdings um ein für die Jahreszeit übliches Phänomen. "Der Anstieg der Arbeitslosen unter den jungen Menschen unter 25 Jahren ist im Juli üblich und begründet sich vor allem darin, dass sich viele Jugendliche nach dem Abschluss ihrer Schul- oder Berufsausbildung vorübergehend arbeitslos melden", erklärt Kaschte.

Nach wie vor sind die älteren Arbeitnehmer - 50 bis 65 Jahre alt - mit einem Anteil von 34,8 Prozent an allen Arbeitslosen am stärksten von der Arbeitslosigkeit betroffen.

Auf dem Ausbildungsmarkt sehen die Zahlen statistisch sehr gut aus. Theoretisch kommen auf jeden Bewerber 1,09 Ausbildungsplätze. Real sind aber noch mehr als 1000 Ausbildungsstellen im gesamten Agenturbereich unbesetzt.