Hohenwarsleben l Ein eher ungewöhnlicher Feuerwehreinsatz am Sonnabendnachmitttag im alten Dorfkern von Hohenwarleben. Auf dem Hof der Ortsbürgermeisterin Hilke Neuschrank hatten sich einige (Plüsch-)Tiere auf die Dächer verirrt und kamen nun nicht wieder herunter. Glücklicherweise war alles nur eine Übung – und zwar für den Nachwuchs der Jugendfeuerwehr. Die absolvierte nämlich im Feuerwehrgerätehaus ihren Berufsfeuerwehrtag. Mit Unterstützung der Drehleiter der Hermsdorfer Feuerwehr meisterten die zehn Jungen und ein Mädchen ihre Aufgabe gut – und brachten Elefant, Schildkröte und Co. sicher auf den Boden zurück. Das Eis zur Belohnung hatten sich alle redlich verdient.

Wie viel Spaß ein Berufsfeuerwehrtag machen kann, weiß Jugendfeuerwehrwart Florian Grape noch aus seiner eigenen Zeit als Jugendfeuerwehrmitglied. Obwohl die Zeit für die Organisation aufgrund der Ferien stark eingeschränkt war, so hatten er und seine Helfer doch ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt. Langweilig konnte es den Zehn- bis Vierzehnjährigen also nicht werden.

Erster Einsatz: eine Ölspur

So rückten die Kinder, nachdem sie ihr Nachtlager hergerichtet hatten, auch gleich mit dem offiziellen Probealarm der Dorfsirene um 11 Uhr zu ihrem ersten Einsatz aus. Helfer hatten auf dem Bäckerberg eine Ölspur simuliert, die beseitigt werden musste. „Unsere Statisten haben dabei gute Arbeit geleistet und den Einsatz beispielsweise durch Gaffen und Pöbeln schwieriger gemacht“, erklärte Florian Grape mit einem Augenzwinkern.

Bilder

Ebenso wie dieser Einsatz wurden alle Einsätze im Nachhinein ausgewertet, so auch ein Fehlalarm, der sich gleich an die Tierrettung bei Neuschranks anschloss. Erkenntnis für die Kinder: Nicht jeder Einsatz erfordert auch wirklich Einsatz.

Ihr Einsatz war allerdings dann am Abend erforderlich, als auf einem Privathof mithilfe von Feuerschalen ein Brand simuliert wurde. So konnten sich die Nachwuchsfeuerwehrleute auch im Löschen versuchen.

Nachtwanderung mit Tücke

Nichts ahnend machten sich die Kinder später im Dunkeln auf den Weg zur Nachtwanderung. Doch die Betreuer und ihre Helfer hatten auch hier eine Tücke eingebaut. Plötzlich galt es, vermisste Personen zu finden und zu retten. Dabei musste auch der Lichtmast aufgebaut und die Wärmebildkamera benutzt werden.

Zwischendurch blieb den Kindern natürlich viel Freizeit, die sie beispielsweise zum Tischtennisspielen oder zum Volleyballspielen nutzten. Das fördert die Kameradschaft, wie auch die Betreuer um Florian Grape wussten. Wenn da nur nicht immer diese Anrufe gewesen wären, die die Kinder forderten, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Was mache ich zu Beispiel, wenn jemand von der Feuerwehr seinen Swimmingpool gefüllt haben möchte? Oder wenn ein Wespennest entfernt werden soll? So manches Jugendfeuerwehrkind kam da ins Grübeln.

Mit Unterstützung der Familie Wieland, die auch Mitglieder der Feuerwehr sind, sowie der Eltern war auch abgesichert, dass während des anstrengenden „Feuerwehrtages“ niemand hungern musste. Und so war auch Kraft für den Frühsport da, so dass der zweite Tag ebenfalls munter beginnen konnte. Wenige Stunden später war das Fazit klar: Es hat viel Spaß gemacht.