Wolmirstedt l Seit Anfang Juni berät Yvette Veckenstedt wieder in der Kita Pusteblume ihre Klienten. Mitte März musste die mobile Schwangerschaftsberatung wegen der Corona-Pandemie geschlossen werden.

Doch auch in dieser Zeit war Yvette Veckenstedt für werdende Mütter da. So hat die Fachberaterin vermehrt auf das Telefon zurückgegriffen oder per Post Anträge, die verbessert werden mussten, verschickt. „Wir haben überlegt, wie können wir Frauen helfen und für sie da sein“, sagt sie. Doch der direkte Kontakt sei besser, da manche Dinge in einem persönlichen Gespräch viel schneller geklärt werden können. Durch Corona sei ein Mehraufwand entstanden.

Die mobile Beratungsstelle des AWO Kreisverbands Magdeburg hilft Frauen, Fragen zum Thema Familienplanung, Sexualität und Kinderwunsch zu beantworten. Laut Yvette Veckenstedt informieren sich viele Frauen in Internetforen über ihre Probleme. Allerdings sei es schwierig, dort jemanden zu finden, dessen Lebensbedinungen mit den eigenen zu 100 Prozent übereinstimmen. „Hier kann die Schwangerschaftsberatung helfen sich zu informieren“, sagt die Fachberaterin.

Schwerpunkt: sozialrechtliche Fragen

In Wolmirstedt kommen viele Frauen zur Beratung, die wenig Einkommen haben oder Arbeitslosengeld II beziehen. Der Schwerpunkt liege darin, sozialrechtliche Fragen zu klären. So gehe es um die Beantragung von Elterngeld oder die finanzielle Unterstützung während und nach der Geburt. In Zeiten von Corona haben laut Yvette Veckenstedt die Fragen zu finanziellen Themen zugenommen. „Vor Corona war das auch schon ein Thema, aber jetzt ist es stärker geworden“, sagt sie. Viele haben durch Kurzarbeit Sorge um ihren Arbeitsplatz.

Seitdem die Beratung in der Kita Pusteblume wieder möglich ist, sei es voller gewesen als sonst. Daher sei es immer besser, vorher telefonisch nach einem Termin zu fragen. „Wer eine Notlage hat, kann auch gucken, ob grad frei ist“, sagt Yvette Veckenstedt. Wer sich finanzielle Sorgen mache, solle am besten so früh wie möglich kommen, rät die Fachberaterin. Die Beratungsstelle versuche dann, zusammen mit den Klientinnen eine Lösung zu finden.

In dieser schwierigen Zeit sei die Unsicherheit größer. Deshalb sei es wichtig, die Schwangerschaftsberatung zu nutzen. „Die Menschen haben vermehrt Ängste und Sorgen, weil sie nicht nur für sich, sondern auch für das Kind die Verantwortung haben“, so Veckenstedt. Es sei wichtig, Möglichkeiten aufzuzeigen, damit die Klienten sich finanziell keine Sorgen machen müssen.

Außerdem betreibt der AWO Kreisverband sehr viel Netzwerkarbeit. Wenn die Beratung nicht helfen kann, wird die Frau an die zuständige Stelle vermittelt. An den Wolmirstedter Schulen ist Yvette Veckenstedt ebenfalls unterwegs. Hier geht sie in die Klassen und klärt die Schüler über das Thema Sexualität auf. „Die Hauptzeit in den Schulen ist von den Winterferien bis zu den Sommerferien“, sagt die Fachberaterin. Doch durch Corona konnten die Besuche in diesem Jahr nicht stattfinden.

Die Beratung findet jeden Montag von 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr in der Kita Pusteblume, Straße der Deutschen Einheit 28, statt. Yvette Veckenstedt ist unter Tel. 0170/302 30 67 zu erreichen.