Wolmirstedt l Der Lidl-Markt möchte seinen Standort von der Samsweger Straße aus verlagern und woanders mehr Verkaufsraum bieten. Darüber werden seit geraumer Zeit Gespräche mit der Stadtverwaltung geführt. Nun kristallisiert sich heraus, dass dieser Markt auf der großen, leeren Grünfläche am Kreisverkehr Samsweger Straße wachsen soll. Die Bauausschussmitglieder stimmten diesem Vorschlag mehrheitlich zu. Das letzte Wort gebührt dem Stadtrat. Der kommt am 22. März um 18 Uhr im Ratssaal zusammen.

Nicht alle Bauausschussmitglieder zeigten sich begeistert. Als vehementer Gegner dieses Plans entpuppte sich Jörg Bonewitz (SPD). „Wir verbauen uns ein schönes Fleckchen Wolmirstedts. Ich könnte mir Wohnhäuser dort besser vorstellen.“ Jörg Bonewitz sieht an dieser Stelle eher eine kleinteilige, „junge“ Bebauung, vielleicht Platz für einen weiteren Kinderarzt. „Ich habe mit vielen Wolmirstedtern gesprochen. Die meisten verstehen nicht, warum dort ein Einkaufsmarkt entstehen soll.“ Von alten Bildern weiß er, dass dort früher auch Wohnhäuser gestanden haben.

Investor aus Oschersleben

Jörg Bonewitz war es auch, der forderte, dieses Thema öffentlich zu behandeln, denn eigentlich sollte darüber hinter verschlossenen Türen beraten werden. Die anderen Bauausschussmitglieder folgten seinem Antrag, den Supermarktneubau rutschte in den öffentlichen Teil der Sitzung.

Armin Bartz (Linke) zeigte sich als eifriger Verfechter des Plans, an dieser Stelle einen Markt neu anzusiedeln. Dort zu wohnen sei in seinen Augen aufgrund des regen Fahrzeugverkehrs eine Zumutung. Er ist überzeugt: „Städtebaulich wäre ein Einkaufsmarkt an dieser Stelle eine gute Lösung.“ Ob es sich für das Unternehmen lohne, müsse dieses selbst entscheiden.

Als Investor für den Supermarkt ist die Börde Bau und Besitz Contor GmbH aus Oschersleben im Gespräch. Dieses Unternehmen wollte ursprünglich auch die beiden Supermärkte auf dem ehemaligen Krankenhausgelände errichten, doch dieser Plan ist längst vom Tisch. Der Standort ist inzwischen als ungünstig eingestuft.

Fläche gehört größtenteil

Die 9000 Quadratmeter große Fläche am Kreisel gefällt dem Investor besser, weil sie sich an der Hauptstraße befindet und gut erkennbar ist. Kunden und Lieferfahrzeuge sollen unkompliziert an- und abfahren können. Die Parkflächen sind an der Front zur Samsweger Straße vorgesehen.

Die Fläche am Kreisel gehört zum großen Teil der Wolmirstedter Wohnungsbaugesellschaft (WWG). „In deren Portfolio lag diese Fläche nicht im Fokus für eine Wohnbebauung“, sagt Dirk Hummelt (CDU). Der Bauausschussvorsitzende sieht auch, dass der Zehngeschosser diesen Standort fast erdrückt. Das Hochhaus wird in naher Zukunft auch nicht abgerissen.

Dirk Hummelt sieht den Neubau eines Supermarktes am Kreisel im Kontext mit der künftigen Bebauung des ehemaligen Krankenhausgeländes. Dort sollen sich Familien ansiedeln sowie Mehrgenerationenwohnen möglich sein. Konkrete Pläne liegen noch nicht vor, die bisher vorgestellten sind verworfen worden. Allerdings interessiert sich ein weiterer Investor für den Süden Wolmirstedts. Der möchte eine Wohnanlage für altersgerechtes Wohnen bauen. Voraussetzung sei jedoch laut Stadtverwaltung die Nähe zu einem Lebensmittelmarkt.

Wer auch immer auf der Fläche am Kreisel baut, muss Rücksicht auf die Heidewasserleitung nehmen. Die Haupttrinkwasserleitung führt vom Colbitzer Wasserwerk bis nach Magdeburg und quert das Areal unterirdisch, entlang der ursprünglichen Häuserachse. Die Leitung gehört der Trinkwasserversorgung Magdeburg und müsste verlegt werden. Dafür will der Supermarktinvestor eine Lösung erarbeiten, heißt es aus dem Rathaus. Auch der Bolzplatz müsste weichen. Hier wird sich die Stadt Gedanken machen, an welcher Stelle er stattdessen aufgebaut werden kann.

Sollte Lidl am neuen Standort einziehen, wird der alte in der Samsweger Straße aufgegeben. Was mit dem Gebäude und dem Platz passieren soll, ist derzeit unbekannt.