Wolmirstedt l Die neue Zufahrt zum Wohngebiet „Glindenberg-West“ wird sich als S-Kurve zwischen Ein- und Mehrfamilienhäusern hindurchschlängeln. Das macht Anwohnern Sorgen, denn die künftige Straße wirkt auf den ersten Blick eng und führt nah an den Häusern vorbei. Damit dürfte es mit der Ruhe für die Anwohner vorbei sein, sobald die ersten Häuser bezogen sind. Gab es zur künftigen Zufahrtsstraße eine Alternative?

Die Fahrbahn dieser künftigen Straße wird derzeit gepflastert, doch bis darauf Autos ins neue Wohngebiet fahren, werden noch einige Monate ins Land gehen. Noch drehen sich im Wohngebiet „Glindenberg-West“ Bagger, Baumaterial wird gebracht, Fachleute fahren vor und schauen, ob alles nach Plan läuft.

Nutzung der Baustraße nur zwei Jahre

Doch bisher kommen alle Baufahrzeuge von der Umgehungsstraße, sodass Anwohner von diesem Baustellenverkehr wenig mitbekommen. Das neue Stück Straße wird erst genutzt, wenn die Häuser bezogen werden. Dann wird der Anwohnerverkehr zum Gebiet „Glindenberg-West“ mitten durch den Ort, über die Breite Straße, zwischen den Häusern hindurch über eine S-Kurve erfolgen (siehe Grafik). Doch warum wird nicht auch langfristig die jetzige Baustraße, die gerade Zufahrt von der Umgehungsstraße aus für das Wohngebiet genutzt?

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Investor Dr. Detlef Sporkenbach nennt zwei Gründe. Zum einen gehört ihm das Grundstück nicht, auf dem jetzt die Baustraße entlangführt. „Wir dürfen es zwei Jahre lang nutzen, dann müssen wir den ursprünglichen Zustand wieder herstellen.“

Längere Zufahrt wäre deutlich teurer

Zweitens: Die Zufahrt über die Umgehungsstraße wäre viel länger geworden, die Straße somit viel teurer, was sich letztlich auf die Grundstückspreise ausgewirkt hätte. „Die wären erheblich teuerer geworden, weit über 100 Euro pro Quadratmeter.“ Ob es das Wohngebiet unter diesen Bedingungen gegeben hätte, ist fraglich. Dr. Sporkenbach hätte wohl Abstand genommen.

Das gleiche gilt für die Zufahrt von der Kurzen Straße aus, auch die wäre länger gewesen als der Weg von der Breiten Straße.

Erschließungsarbeiten sind erledigt

Nun wird nach Plan gearbeitet, die Versorgungsleitungen wie Wasser und Strom wurden über die kürzeste Strecke von der Breiten Straße aus ins künftige Wohngebiet gelegt. Diese Erschließungsarbeiten sind erledigt. Derzeit wird die Straße gepflastert, die S-Kurve, die zuvor ein unbefestigter Weg war.

Passen Feuerwehrautos hindurch?

Diese Straße dient den Bewohner des neuen Wohngebiets als Zufahrt zu ihren Häusern, aber auch Müllfahrzeugen und bei Bedarf der Feuerwehr. Passen so große Fahrzeuge zwischen den Häusern hindurch?

Straße entspricht den Richtlinien

Ortswehrleiter Andy Opitz macht sich keine Sorgen. Er weiß: „Wenn die Müllfahrzeuge hindurchpassen, passen auch die Feuerwehrautos.“ Beides sei im Vorfeld ausgiebig geprüft worden. Bürgermeisterin Marlies Cassuhn bestätigt: „Die Breite der Straße entspricht den Richtlinien.“

Die Straße ins Wohngebiet „Glindenberg-West“ endet als Sackgasse mit einem Wendehammer. „So bleibt kein Schlupfloch auf die Umgehungsstraße“, sagt Investor Detlef Sporkenbach. Durchfahrtsverkehr sei an dieser Stelle nicht möglich, das Ende des Wendehammers werde mit Pollern versehen.

Die können allerdings von Rettungskräften, wie der Feuerwehr, geöffnet werden. „So bleibt uns im Notfall zusätzlich die Zufahrt von der Umgehungsstraße“, betont Andy Opitz.

Unterlagen haben öffentlich ausgelegen

Die Unterlagen zum neuen Wohngebiet lagen öffentlich aus, das Thema wurde außerdem im Ortschaftsrat und im Stadtrat behandelt. Glindenbergs Ortsbürgermeisterin Gerhild Schmidt ermuntert außerdem ihre Bürger, sich bei Problemen bei ihr oder anderen Ortschaftsratsmitgliedern zu melden.

Im Wohngebiet „Glindenberg-West“ werden 28 Grundstücke entstehen. Sobald diese erschlossen sind, können darauf 12 Doppelhäuser und 16 Einfamilienhäuser gebaut werden. Auch während der Bauphase dieser Häuser dient der Weg von der Umgehungsstraße als Zufahrt, um Anwohner der Breite Straße nicht allzu sehr zu belästigen. Doch wenn alles fertig ist, was dann?

Pro Haus wird mit 1,5 Fahrzeugen gerechnet, macht bei 28 Grundstücken theoretisch 42 Autos, die künftig von der Breiten Straße aus ins neue Wohngebiet „Glindenberg-West“ fahren werden.

Glindenberg-West wird "Kirchblick"

Das Wohngebiet wird übrigens einen Namen bekommen, der im wörtlichen Sinne Programm ist. Aus dem Arbeitstitel „Glindenberg-West“ wird „Kirchblick“.