Barleben l Der jährliche Berufsfeuerwehrtag stand wieder ganz im Zeichen der Wissensanwendung und des Zusammenwachsens innerhalb der Gemeindefeuerwehr Barleben und mit anderen Hilfsorganisationen. Das stellte auch Abschnittsleiter Dirk Bischoff in den Vordergrund seiner Grußworte. Ebenfalls begrüßten Daniel Säuberlich als amtierender Gemeindewehrleiter und Franziska Holze in der Funktion der Gemeindejugendfeuerwehrwartin die mehr als 30 Kinder und Jugendlichen.

Als erstes wurde das Schlafquartier im Kids- und Jugendclub bezogen sowie die Einteilung auf die Fahrzeuge vorgenommen. Nach einer Belehrung über die Unfallverhütung nahmen die beiden eingeteilten Leitstellendisponenten auch schon den ersten Notruf entgegen – im dritten Obergeschoss des Innovations- und Gründerzentrum Magdeburg- Barleben war ein Mitarbeiter von einer Leiter gefallen.

Notruf auf Notruf

Das Tanklöschfahrzeug (TLF) Barleben, das Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) Barleben sowie das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) Ebendorf wurden zu diesem Einsatz geschickt. Kurze Zeit später wurde eine Ölspur gemeldet, zu der das Löschfahrzeug (LF) Meitzendorf mit dem Technischen Hilfswerk (THW) fuhr.

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Während die einen Brandhüter eine patientenorientierte Rettung durchführten und mit einer Reanimation konfrontiert wurden, nahmen die anderen Ehrenamtlichen eine ausgelaufene Flüssigkeit mittels Ölbindemittel auf. Anschließend fuhren die Einheiten noch den jeweils anderen Einsatz an.

Nach einer Stärkung mit Burgern, Pommes, Salaten und kühlem Tee ging erneut ein Notruf ein. Im Wirtschaftshof Barleben sollte eine Lagerhalle brennen. Bei Ankunft bestätigte sich das Stichwort, weshalb alle Einheiten sofort Aufgaben zugewiesen bekamen. Oberste Priorität hatte die Rettung von zwei Personen aus der Lagerhalle. Zur Brandbekämpfung musste ein Eingangstor abgestützt werden, da es durch den intensiven Brand einzustürzen drohte. Trotz des anhaltenden Regens arbeiteten alle angehenden Einsatzkräfte Hand in Hand zusammen, sodass alle Maßnahmen erfolgreich abgeschlossen wurden. Nach der Ankunft im Kids- und Jugendclub kehrte schnell die Nachtruhe ein.

Keine Atempause

Der Folgetag begann nach dem Wecken um 6.30 Uhr mit Frühsport. Aufgemuntert kehrten die Heranwachsenden in das Feuerwehrhaus ein und frühstückten gemeinschaftlich. Neben Brötchen mit Aufschnitt und Aufstrich gab es auch warmes Rührei. Nachdem die Nacht ruhig verlief, klingelte während des Tischdienstes das Notruftelefon – ein Mitarbeiter war in der Werkstatt vom Schwerlasttransportunternehmen Meier und Sohn in eine Grube gefallen und konnte sich nicht mehr bewegen. Sofort eilten die Retter zu ihren Fahrzeugen und fuhren den Einsatzort an.

Mittels einer Bockleiter aus Steckleiterteilen wurde der Betroffene aus der Grube gerettet. Zu Demonstration anderer Rettungsmethoden baute das THW seinen Dreibock auf und das Hubrettungsfahrzeug aus Wolmirstedt nutzte die Seiltechniken am Korb der Leiter für die Personenrettung. Wieder am Feuerwehrhaus angekommen wurde sowohl dort als auch im Kids- und Jugendclub, aufgeräumt – bis Nudeln mit Tomatensoße und Fleisch auf den Mittagstisch kamen. Auch für die letzte Mahlzeit zeichnete sich Uwe Willenbacher mit der mobilen Küche des THW Ortsverbandes Haldensleben verantwortlich.

24-Stunden-Dienst

Der letzte Einsatz während dieses 24-Stunden-Dienstes begann eher unspektakulär, hatte es aber in sich. Gemeldet wurde der Auflauf einer Brandmeldeanlage bei der Laempe Mössner Sinto GmbH. Als die Einheiten vor Ort eintrafen, konnte bereits offenes Feuer aus einer angenommenen Lagerhalle festgestellt werden. Der Einsatzleiter bildete drei Einsatzabschnitte zur Gefahrenabwehr – neben der Brandbekämpfung von zwei Seiten war auch die Wasserversorgung aus einem über 200 Meter entfernten See relevant.

Als die Wasserversorgung stabil stand, konnte neben dem laufenden Außenangriff auch ein effektiver Löscheinsatz durchgeführt werden. Wie in allen anderen Lagen gelang es stets, alle Heranwachsenden optimal einzusetzen, sodass nie Langeweile aufkam.

Für die Umsetzung des Berufsfeuerwehrtages danken die Beteiligten den Unternehmen der Einsatzorte. „Auch die Ostmilch Handels GmbH, der Backshop Beims GmbH sowie der Barleber Supermarkt Edeka haben uns bei der Versrogung unterstützt“, sagt Steven Kraft, Der Verein Insel für Alternativen hatte seine Räume und die Gemeinde Barleben die Einsatztechnik zur Verfügung gestellt. Zahlreiche Betreuer, Organisatoren und Vorbereiter der Schadenslagen waren am Tag beteiligt.