Wolmirstedt l Die Gutenberg-Schule ist zu eng, das ist bekannt. So eng, dass drei Klassenstufen der Gemeinschaftsschule in der ehemaligen Harnisch-Schule lernen. Der Kampf um eine Lösung geht ins fünfte Jahr, kein Ende ist in Sicht. Auch nicht nach der Beratung, zu der am Dienstagabend alle Beteiligten in der Schulaula zusammengekommen waren. Das größte Manko: Es liegen viele Möglichkeiten vor, aber keine aktuellen Zahlen. Niemand weiß genau, was die verschiedenen Varianten kosten. Stadt und Landkreis wollen Hausaufgaben machen. Wieder einmal.

Die aktuellen Gedankenspiele lauten so: Landrat Martin Stichnoth (CDU) spricht von einem Anbau. Der soll 4,5 Millionen Euro kosten und den Schülern der Gutenberg-Schule zusätzliche Räume bieten. Er bezweifelt jedoch, dass so ein Anbau ausreicht. „Wäre das nicht ein bisschen zu klein für die nächsten 20 Jahre?“ Dann brachte er wieder den Schultausch ins Spiel. „Wir haben zwei schöne Standorte, können wir der Stadt nicht doch mehr zahlen?“

Als Ausgleich sozusagen. Weil die stadteigene Gutenberg-Schule wertvoller ist, als die ehemalige Harnisch-Schule, die dem Landkreis gehört. Gibt die Stadt ihre wertvollere Gutenberg-Schule dem Landkreis, müsste der für die Ungleichheit entschädigen. Wolmirstedts Bürgermeisterin Marlies Cassuhn möchte vermeiden, dass die Stadt vermögensrechtlich benachteiligt ist. „Verwaltung und Stadtrat sind jedoch zu Verhandlungen bereit.“

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Klaus Mewes, der für die UWG sowohl im Stadtrat als auch im Kreistag sitzt, wies daraufhin, dass das Problem der Landkreis hat, denn ohne die Lehrer und Schüler der Gemeinschaftsschule hätte die stadteigene Grundschule genug Platz in ihrem Haus. Er prangerte zudem die „unsägliche Lösung“ an, für 1,6 Millionen Euro Container als Übergangslösung aufzustellen. Im Sinne der Stadtentwicklung sieht er die Tendenz in erster Linie beim Schultausch.

Kommt es zu diesem Schultausch, wäre jede Schulform in ihrem eigenen Haus untergebracht. Beide Schulformen wären sauber nach Trägerschaft getrennt.

Rathaus-Finanzer Marko Kohlrausch hat bei dieser Angelegenheit die Bilanzen im Blick. Er möchte eine Lösung für die Gutenberg-Schule auf alle Fälle Haushaltsneutral und neutral in der Bilanz hinbekommen. Er schlägt vor: „Vielleicht kann der Landkreis einen Investitionszuschuss für die Harnisch-Schule geben.“

Die Idee fiel auf fruchtbaren Boden, doch um weiter zu agieren, fehlen Zahlen. Es geistern zwar verschiedene Millionenbeträge auf Papieren, für Anbau, Campusvariante oder Schultausch, die entsprechen aber nicht dem aktuellen Stand. Deshalb fordert Wolmirstedts Bürgermeisterin: „Wir müssen zuerst die Konditionen zu Papier bringen.“ Dem pflichteten Landkreis-Vertreter bei, wollen zwei Varianten gegenüber stellen. Dabei ist Stadt und Landkreis klar, dass der wirtschaftlichste Weg nicht unbedingt der beste für die Schüler wird. Deshalb soll alles auf Grundlage von Zahlen in die Waagschale geworfen werden, zum Kreistag am 12. Juni.