Barleben l Im Herzen Deutschlands und Europas gelegen unterhält Barleben gute wirtschaftliche Beziehungen zu Kommunen im Osten und Westen des Kontinents. Und aufgrund der Vielzahl an angesiedelten Wirtschaftsunternehmen in Barleben ist so vor rund einem Jahrzehnt die Idee entstanden, eine Internationale Kooperationsbörse ins Leben zu rufen. Sie wird seitdem alle zwei Jahre veranstaltet. Die fünfte Veranstaltung dieser Art findet vom 23. bis 27. April statt.

Das Konzept ist dabei so simpel wie effizient, wie Sven Fricke, der Leiter des Unternehmerbüros erklärt: „Die Unternehmen kommen zusammen, tauschen sich aus und vernetzen sich.“ Die daraus entstehenden „Synergieffekte“, wie es im Wirtschaftsjargon heißt, also die Zusammenarbeit, soll dabei allen beteiligten Unternehmen und Gemeinden zugute kommen. Denn „jeder Partner bringt eine andere Expertise und anderes Know-How mit, sodass ein Wissenstransfer entsteht“, sagt Frank Nase, Barlebens Ortsbürgermeister und Verantwortlicher für die Vermarktung des Unternehmerbüros.

Umfangreiches Programm

Damit die Unternehmer und Vertreter der Partnerkommunen sich an diesen Tagen näher kommen, ist ein umfangreiches Programm geplant (siehe Infokasten). Und selbst die Fahrten zu den Veranstaltungsorten sollen „keine tote Zeit“ darstellen, wie Frank Nase sagt. Um die Gespräche zu fördern, wird der Transfer in einer gemeinsamen Busfahrt abgewickelt. „Man könnte sich auch vorstellen, dass währenddessen immer mal die Plätze getauscht werden. Praktisch eine Art ‚wirtschaftliches Speed-Dating‘“, fügt Sven Fricke mit einem Augenzwinkern hinzu.

Die Kooperationsbörse ist dabei nicht auf bestimmte Branchen festgelegt. Von den in Barleben ansässigen Wirtschaftsbereichen wie Medizintechnik und Zulieferern für die Automobilindustrie bis zur „Käserei in Vahldorf, die internationalen Kontakt sucht“, wie Frank Nase sagt, kann sich jedes Unternehmen beteiligen.

Teilnehmer vieler Nationalitäten

Ebenso vielfältig wie die Branchen, sind die Nationalitäten der teilnehmenden Unternehmen und Gemeinden. Denn in den vergangenen Jahren hat sich Barleben ein großes europäisches Netzwerk an Partner- und Kooperationsgemeinden aufgebaut.

Bei der Wirtschaftsbörse nehmen deshalb neben diversen Firmen aus Barleben, dem Landkreis Börde und anderen Teilen Deutschlands unter anderem auch Unternehmen und Vertreter der Gemeinden La Pobla de Vallbona in Spanien, Shyroke in der Ukraine sowie der russischen Metropole Omsk teil.

Keine Spannungen zwischen Ländern

Unternehmer aus der Ukraine und Russland an einem Tisch; kommt es da nicht zu Spannungen? Im Gegenteil, meint Sven Fricke. Die Spannungen exisitierten nur auf höchster, politischer Ebene. Auf wirtschaftlicher Ebene bedauere man die Sanktionen sehr und wünsche sich wieder eine bessere Zusammenarbeit. Das sei auch für die Unternehmen in Barleben und der Region wichtig, die aufgrund der DDR-Vergangenheit traditionell und bis heute sehr gute Beziehungen zu den Ländern pflegen, die dem Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe angehörten.

Die Ukrainer seien beispielsweise in dem Interesse an die Barleber herangetreten, „Strukturen aufzubauen, wie sie in der EU herrschen, vor allem was die kommunale Selbstverwaltung anbelangt“, sagt Sven Fricke.

Keine Belastung für Gemeindekasse

Frank Nase ist es indes wichtig, die an ihn herangetragenen Befürchtungen zu entkräften, die Kooperationsbörse sei eine Belastung für die Gemeindekasse: „Die entstehenden Reise- und Übernachtungskosten werden von den Teilnehmern gestemmt. Barleben liefert lediglich den administrativen Rahmen.“

Es gibt noch freie Plätze für die Kooperationsbörse. Interessierte Unternehmen können sich telefonisch unter 039203/565 21 60 oder per E-Mail an unternehmerbuero@barleben.de anmelden.