Gemeinde Hohe Börde plant Plattform gegen Immobilienleerstand

Börse soll belebende Brücken für die alten Dorfkerne bauen

Von Maik Schulz

Unter dem Motto "Hier lässt\'s sich leben" veranstaltet die Hohe Börde am 3. November eine Immo- bilienbörse. Die Gemeinde will älteren Hausbesitzern und jüngeren Bauwilligen eine Plattform geben. Ziel ist vor allem die Belebung der alten Dorfkerne.

Irxleben/HoheBörde l Wenn das Haus zu groß wird, die erwachsenen Kinder selbst gebaut haben - was wird dann aus dem in Jahrzehnten liebgewordenen Grundstück? Immer mehr ältere Hauseigentümer wollen in ihrem Dorf wohnen und sind doch mit der Unterhaltung ihres Grundstücks überfordert.

Andere Häuser - vor allem in den alten Dorfkernen - stehen seit Jahren leer. Die Erben finden keine Käufer. Auch genügend gemeindliche Grundstücke harren einer Bebauung.

Um den Leerstand vor allem in den Ortskernen zu begegnen und neue, junge Bewohner in die Ortschaften zu locken, will die Gemeinde Hohe Börde jetzt in die Offensive gehen.

"Schon heute ist zu erkennen, dass die Personenzahl in den Häusern zurückgeht und es Einzelnen immer schwerer fällt, das Grundstück zu erhalten."

Sie will interessierten Häuslebauern und Hausbesitzern mit einer Immobilienbörse eine Plattform geben, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Zusammen mit dem Wirtschaftsausschuss des Gemeinderates hat Bürgermeisterin Steffi Trittel drei Säulen für die Börsenpremiere entwickelt.

"Erstens wollen wir Brücken bauen - zwischen verkaufswilligen Grundstückseigentümern und jenen, die einen Garten, einen Platz fürs Leben ihrer wachsenden Familie suchen. Wir brauchen eine Strategie, um dem sich im Zuge der demografischen Entwicklung verstärkenden Leerstand zu begegnen. Es ist an der Zeit, Aktionen auf die Beine zu stellen, junge Familien auf die Vorzüge des Lebens auf dem Lande aufmerksam zu machen, und da haben wir hier einiges zu bieten. Schon heute ist zu erkennen, dass die Personenzahl in den Häusern zurückgeht und es Einzelnen immer schwerer fällt, das Grundstück zu erhalten. Deshalb ist auch denkbar, Formen des Zusammenlebens der alten Hausbesitzer mit jungen Haussanierern auszuloten", erläuterte die Bürgermeisterin.

Dazu soll auf der Immobilienbörse einerseits ein schwarzes Brett dienen, auf der Suchende und Bietende sich mit ihren Vorstellungen darstellen können. Ab dem 22. Oktober richtet die Gemeinde im Irxleber Rathaus (Bauamt) eine Anlaufstelle ein. Hier können Suchende und Bieter formlose Anträge für den "Marktplatz" auf der Börse stellen. Das Angebot der Gemeinde ist kostenlos und richtet sich an Privatleute, nicht an Makler.

Als zweite Säule will die Gemeinde ihr Konzept "Jung kauf Alt" vorstellen. Seit diesem Jahr gewährt die Hohe Börde potenziellen Bauwilligen sechs Jahre lang Zuschüsse, wenn sie ein leerstehendes Wohnhaus kaufen und sanieren wollen. Die Höhe des Zuschusses steigt mit der Kinderzahl. Die ersten Familien haben "Jung kauf Alt" bereits in Anspruch genommen.

Dritte Säule der Immobilienbörse wird eine Vortragsreihe mit Experten sein. Themen dabei sind Baufinanzierung, Finanzierung der Nebenkosten, Erbrecht, Erbschaftssteuer und Überlassung auf Rentenbasis. Darüber hinaus werden die Gemeindeverwaltung und die Denkmalschutzbehörde am 3. November im Rathaus für Fragen offen stehen. Und: Für nicht mobile Bürger bietet die Gemeinde einen kostenlosen Fahrservice zur Börse an.

Kontakt: (039204) 781501 oder (039204) 7810