Lindhorst l Mit großer Wahrscheinlichkeit sei das Feuer auf fahrlässige Brandstiftung zurückzuführen, so die Polizei. Nach Auswertung erster Erkenntnisse sei eine in unmittelbarer Gebäudenähe abgestellte Restmülltonne zunächst in Brand geraten. Die Flammen seien dann auf das Gebäude übergegangen. Vorläufigen Schätzungen zufolge betrage der Schaden etwa 150.000 Euro.

„Der Brandort wurde am Mittwoch durch Brandermittler gründlich untersucht. Nach bisherigem Stand der Ermittlungen wird als Brandursache Brandstiftung durch Fahrlässigkeit angenommen. Nach der Kontrolle wurde die Beschlagnahme des Brandortes aufgehoben und der Ereignisort freigegeben“, so Polizeisprecher Joachim Albrecht.

Mülltonne fängt Feuer

Ein Zeuge hatte am Dienstag, 29. Mai, gegen 23 Uhr auf dem Gelände der Windmühle Feuerschein und Rauchentwicklung wahrgenommen und den Notruf gewählt. „Wir sind gegen 23.07 Uhr alarmiert worden und sechs Minuten später am Ereignisort eingetroffen. Dort haben wir unverzüglich die Lage erkundet“, berichtete Andreas Lemke, stellvertretender Leiter der Colbitzer Wehr und Einsatzleiter in Lindhorst.

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Die linke Giebelseite des Gebäudes, der größte Brandherd, habe schon in Flammen gestanden und das Feuer auf den Dachstuhl übergegriffen, machte Andreas Lemke deutlich.

29 Kameraden im Einsatz

Mit 29 Einsatzkräften erfolgte zeitgleich die Brandbekämpfung. Während Kameraden die Fassade des Gebäudes löschten, rückten Atemschutzgeräteträger mit zwei Trupps ins Innere des Gebäudes vor, um dort ebenfalls die Löscharbeiten fortzusetzen. Zur Sicherheit war auch ein Rettungswagen angefordert worden. „Das ist ein Standardablauf bei derartigen Einsätzen der Feuerwehr“, machte der Einsatzleiter deutlich.

Gegen 1 Uhr vermeldete Andreas Lemke der Leitstelle den Abschluss der Löscharbeiten. „Alle Kameraden konnten unversehrt in ihre Gerätehäuser und später nach Hause zurückkehren.“ Der Brand löste beim Mühlenverein Lindhorst-Colbitz Fassungslosigkeit aus.

„Wir haben hier in jahrelanger ehrenamtlicher Arbeit Stück für Stück ein Kleinod geschaffen, das sich als Anziehungspunkt für unsere Bevölkerung weit über die Dorfgrenze hinaus etabliert hat. Nun müssen wir wieder von vorn anfangen“, stellte Steffen Heinrich, stellvertretender Vorsitzender des Vereins mit seinen knapp 100 Mitgliedern, beim Anblick des stark verkohlten Gebäudes fest.