Wolmirstedt l Wolfgang Weber und seine Frau Marianne sind noch ganz geschockt von dem Wochenende. Ihr Auto ist schon in der Nacht von Freitag auf Sonnabend völlig ausgebrannt, während der Pkw des Nachbarn zunächst nur mitbetroffen war. In der darauf folgenden Nacht wurde aber auch der komplett von den unbekannten Tätern abgefackelt.

Die Betroffenen sind noch jetzt stark mitgenommen von den Geschehnissen. Sie sind wütend, haben aber auch Angst vor eventuellen weiteren Attacken. Gartennachbar Philipp Nedved, der am ersten Abend die Feuerwehr alarmiert hat, ist ebenfalls fassungslos. Er stellt die Frage: „Was kommt noch?“ Die Täter hätten jetzt die Autos in Brand gesteckt und auch der Gartenzaun ist von dem Feuer ergriffen worden. „Die Flammen standen vier Meter hoch“, beschreibt der Nachbar. „Wir fürchten um unsere Bungalows“, sagt er. „Sind die als nächstes dran?“ Philipp Nedved hat Wolfgang Weber in der ersten Brandnacht noch geweckt, in der zweiten wurde er selber durch eine Explosion aus dem Schlaf gerissen.

Tränen in den Augen

„Niemand konnte ahnen, dass die Täter nur eine Nacht später wieder kommen, um ihr Werk zu vollenden“, sagt Weber. Er ist der sportliche Leiter der Gewichtheber des Bundesligisten SSV Samswegen und kann einfach nicht glauben, dass Menschen zu so etwas fähig sind. Die Situation treibt seiner Frau Marianne die Tränen in die Augen und sie ist ängstlich geworden. „Der Kleingarten ist ein schöner Rückzugsort für uns“, erzählt sie. Jetzt habe sie Furcht, dass wieder etwas passieren könne.

Christine Lersch vom Kreisverband der Kleingärtner Wolmirstedt ist ebenfalls fassungslos. „So etwas ist bei uns in Wolmirstedt noch nicht vorgekommen“, sagt sie.

Nach Angaben der Feuerwehr Wolmirstedt waren in den beiden Nächten zwei Pkw von den Bränden betroffen. In einer ersten Mitteilung der Polizei vom Sonntag hatte es noch geheißen, dass fünf Autos gebrannt haben. Diese Zahl korrigierte die Polizei gestern.

Polizei geht häufiger auf Streifenfahrt

Die Polizei ermittelt inzwischen wegen Brandstiftung. Das bestätigt Matthias Lütkemüller, der Pressesprecher des Polizeireviers Börde. Die Kriminalpolizei sicherte am Tatort Spuren und nahm die Ermittlungen auf. Es ist nicht ausgeschlossen, dass bei beiden Bränden die gleichen Täter zugeschlagen haben. Die Polizei sucht jetzt nach eventuellen Zeugen. „Die Spurenlage ist aber recht eindeutig“, sagt Lütkemüller. „Es wurde jeweils ein Auto angezündet und das andere wurde dann von dem Feuer ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen.“

Lütkemüller geht davon aus, dass an beiden Pkw Totalschaden entstanden ist. Der Tatort Wolmirstedt überrasche einigermaßen. Auch der Sprecher sagt. „Etwas vergleichbares hatten wir hier noch nicht. Die beiden Brandstiftungen stellen eine neue Dimension dar.“ Über die Gründe könne derzeit nur spekuliert werden. „Ein Angriff auf das sogenannte Establishment, die es an anderen Orten schon gab, scheint es nicht zu sein, denn die Pkw waren keineswegs fabrikneu.“

Die Schwimmbadstraße haben die Polizisten jetzt ohnehin „auf dem Schirm“. Im Rahmen der Streifentätigkeit werde sie jetzt häufiger angefahren. „Die Brandstiftungen stellen eine Gefahr für die Allgemeinheit dar und entsprechend reagieren wir darauf“, versichert Matthias Lütkemüller.