Ebendorf l Schnelles Internet wollen fast alle. Auch die Ebendorfer haben in den vergangenen Informationsveranstaltungen der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Breitband zum Ausbau des Netzes großes Interesse bekundet. „Leider aber liegen bislang erst 175 Vorverträge vor. Das wäre ein Anschlussgrad von 17 Prozent. Das ist nicht ausreichend. Der Ausbau beginnt erst ab 47 Prozent der Haushalte. Wirtschaftlich wären 60 Prozent“, sagt Holger Haupt vom Landkreis Börde, der für die Projektsteuerung Breitbandversorgung verantwortlich ist.

Allerdings ist es möglich, dass Straßenzüge oder Neubaugebiete, wo bereits ausreichend Verträge mit Haushalten vorhanden sind, vorfristig eine sogenannte Freigabe bekommen. Dann könnten für das Gebiet die Planung, Materialbeschaffung, Ausbau und Tiefbau beginnen. Der Vertreter der Arge schätzt, dass es dann etwa sechs bis acht Monate dauert, bis das Giga-Netz fertiggestellt ist. Also wenn in diesem Jahr sich noch ausreichend Ebendorfer dafür entschließen, könnte im Sommer das schnelle, zuverlässige und sichere Internet Wahrheit werden.

Ortsbürgermeister Manfred Behrens, Ortschaftsräte und Bürger, die bereits Verträge abgeschlossen haben, machten deshalb vor der jüngsten Ortsratssitzung zusammen mit dem Projektverantwortlichen Werbung für das Vorhaben.

Barleben liegt bei gerade 11 Prozent

Auch in Barleben geht es schleppend voran. Bislang liegen erst 545 Verträge vor, das sind gerade mal 11 Prozent. Besser sieht es in Meitzendorf aus. 34 Prozent der Haushalte haben sich für das Zukunftsprojekt entschieden, das sind 201 Abschlüsse. Außerdem gibt es in der Gemeinde Barleben laut Holger Haupt derzeit 13 Verträge zum Breitbandausbau mit Kommunen und 37 mit Geschäftskunden.

Insgesamt sollen im Landkreis Börde rund 6.800 Kilometer Glasfaserkabel in den nächsten zwei Jahren in die Erde gebracht werden. Der symbolische erste Spatenstich für den Ausbau eines der größten Glasfaserprojekte zur Errichtung eines Breitband-Giga-Netzes in Sachsen-Anhalt fand Ende August am Innovations- und Gründerzentrum in Barleben mit Vertretern der beteiligten Kommunen statt.

In der Arge Breitband haben sich neben dem Landkreis Börde die Gemeinden Niedere Börde, Barleben, Stadt Oebisfelde-Weferlingen, Oschersleben, Wanzleben sowie die Verbandsgemeinden Flechtingen, Elbe-Heide und Westliche Börde zusammengeschlossen.

Glasfaser-Netz soll bis 2020 fertig sein

Ziel ist der Ausbau des Glasfasernetzes bis 2020. Der Projektsteuerer geht allerdings davon aus, dass es eine zweijährige Verlängerung gibt. Mit einem flächendeckenden modernen Glasfasernetz sollen je nach Kundenwunsch Datengeschwindigkeiten von 150 bis 1000 Megabit pro Sekunde möglich sein.

Der Bund fördert das über 170 Millionen Euro teure Projekt knapp zur Hälfte. Für den Rest müssen die Gemeinden in Vorkasse gehen. Über eine langfristige Pacht durch den künftigen Netzbetreiber soll das Geld wieder hereingeholt werden.