Wolmirstedt l Der Gerberbrunnen wird die Schlossdomäne verlassen. Der Bildhauer Werner Bruning wird ihn in seine Werkstatt zurückholen und den Schaden genau inspizieren. Auf dem „Operationstisch“ entscheidet sich, ob eine Reparatur möglich ist, oder der Gerber komplett neu gegossen werden muss.

Der Gerberbrunnen war in der Nacht zum Freitag, 29. März, gesprengt worden. Vor allem der Waschbottich der Bronzefigur ist förmlich zerfetzt worden. Einzelne Teile seien gut 50 Meter weit geflogen, den Knall haben Anwohner als ohrenbetäubend empfunden.

Bei der Suche nach den Tätern tappt die Polizei weitgehend im Dunkeln. Zwar wurden am Tatort sämtliche Spuren gesichert und untersucht, dennoch gibt es keine heiße Spur. Polizeisprecher Matthias Lütkemüller bedauert: „Wir haben noch keine zielführenden Hinweise.“

Der Gerberbrunnen gehört der Stadt, den finanziellen Schaden wird die Versicherung begleichen. Davon abgesehen war das Entsetzen in der Bevölkerung über das Ausmaß solcher Zerstörungswut groß.

Auf der Schlossdomäne werden immer wieder Gegenstände zerstört und beschmiert, es liegen Scherben von kaputtgeschlagenen Flaschen herum.Als obendrein der Gerberbrunnen gesprengt wurde, hat die Stadt Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Freitag- und Sonnabendabend ist ein Wachschutz vor Ort, außerdem schauen die Ordnungsbehörden regelmäßig auf die Domäne. Die Ausschreibung für die Videoüberwachung läuft.