Wolmirstedt l Für Heidemarie Knust war gestern ein ganz besonderer Tag. „Seit 2013 habe ich mich für diese Brücke eingesetzt. Jetzt ist sie endlich fertig. Das ist ein wunderschöner Tag für mich“, sagte die Elbeuerin nach der feierlichen Freigabe der Brücke über die Ohre.

23,8 Meter lang ist der Grund für Knusts Freude. Die Plattenbrücke aus Stahlbeton hat einen 2,25 Meter breiten einseitigen Fußweg. Autos haben 5,10 Meter in der Breite Platz. Autos werden diese Brücke allerdings wohl nur in Ausnahmefällen benutzen. Denn kaum in Elbeu angekommen, endet die Straße für den Autoverkehr in einer Sackgasse. Zudem ist die nächste breitere Brücke, die Elbeu mit Wolmirstedt verbindet, nur einen Steinwurf entfernt. Dies war während der Bauarbeiten auch immer wieder auf Kritik gestoßen.

Sackgasse für Autos

„Das Projekt war ja nicht unumstritten“, gab auch Stadtratsvorsitzender Kurt Prilloff zu. Aber er gibt zu bedenken, dass ein Abriss die Stadt viel Geld gekostet hätte. Dieser sogenannte Ersatzneubau inklusive des vorherigen Abrisses kostet Wolmirstedt hingegen nicht einen einzigen Cent. Die Kosten wurden zu 100 Prozent vom Bund übernommen. Der hatte nach dem Hochwasser 2013 ein Förderprogramm ins Leben gerufen, aus dessen Mitteln Hochwasser-Schäden beseitigt werden.

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Insgesamt wurden 1,3 Millionen Euro für den Brückenneubau ausgegeben, deutlich mehr als die ursprünglich veranschlagten 680 000 Euro. Grund für den Kostenanstieg waren Findlinge, die im Untergrund aufgetaucht waren und dafür sorgten, dass Spundwände für den Bau der Brückenpfeiler und Widerlager nicht wie geplant gesetzt werden konnten.

Bund trägt alle Kosten

„1,3 Millionen klingt natürlich erst mal nach ziemlich viel. Aber für die Brücke ist eine Lebensdauer von bis zu 100 Jahren veranschlagt. Da sind das gerade einmal 3,56 Euro am Tag“, sagte Wolmirstedts stellvertretende Bürgermeisterin Marlies Cassuhn bei der Eröffnung gestern augenzwinkernd. Bei ihrer kurzen Ansprache lobt sie zudem ausdrücklich die gute Zusammenarbeit zwischen dem Ingenieurbüro, der Baufirma und der Stadtverwaltung: „Das war eine tolle Teamarbeit.“

Zwar wurde der Brücke vom Stadtrat offiziell der Name Elbeuer Brücke verliehen – zuvor hatte es zahlreiche auch durch die Volksstimme initiierte Namensvorschläge gegeben – ein explizites Namensschild werde es an der Brücke aber nicht geben, erklärte Marlies Cassuhn.

1,3 Millionen Euro investiert

Das spielt für Heidemarie Knust und ihre Elbeuer Freundinnen aber auch keine Rolle. Sie freuen sich, dass sie jetzt endlich wieder sicher mit dem Fahrrad zum Einkaufen in die Stadt fahren können und nicht mehr entlang der stark befahrenen Hauptstraße eine Brücke weiter radeln müssen. Deswegen hatten sie zur Eröffnung auch extra ein Transparent vorbereitet: „Die Elbeuer sagen: Danke!“