Dolle/Burgstall l „Die Brücke ist so gut wie fertig. In den zurückliegenden Wochen sind Rampen für die Fahrbahnschleifen aufgeschüttet worden. Restarbeiten wie Markierungen, die Montage der Schutzeinrichtungen oder Beschilderungen laufen noch bis Ende August 2020. Dann wird die Sperrung der L 31 wieder aufgehoben“, erklärte Peter Mennicke, Pressesprecher im Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt.

Baubeginn war im April 2019, wobei der Verkehr auf der L 31 (vormals L 29 bis 2018) noch bis zum Frühjahr 2020 über eine extra errichtete Umfahrung geführt werden konnte. Erst dann war eine Vollsperrung erforderlich, um die Brücke an das bestehende Netz anzuschließen.

Bewegt wurden rund 40 000 Boden sowie Oberboden für die Dämme. Die neue Brücke selber hat eine lichte Weite von 46 Metern und ist acht Meter breit. Der Bauabschnitt hat insgesamt eine Länge von rund 800 Metern, da die bestehende Straße für die Überführung entsprechend angepasst, sprich angehoben, werden musste. Das alles zusammen werde am Ende knapp vier Millionen Euro kosten, nannte das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr einige Zahlen.

Baustelle in Mitleidenschaft gezogen

Vom Fortgang der Arbeiten hat sich Carsten Miehe (parteilos), Bürgermeister der Gemeinde Burgstall, beim Vor-Ort-Termin überzeugt. „Stand jetzt sollte das Planungsziel – Freigabe der Straße – zum Ende der Sommerferien erreicht werden, falls Überraschungen ausbleiben“, sieht er den Baufortschritt auf gutem Weg.

Dass die Baumaßnahme etwas in Zeitverzug geraten war, lag einerseits an der außerordentlichen Niederschlagsmenge; starke Regenfälle hatten die Baustelle arg in Mitleidenschaft gezogen.

Außerdem stellten die Fachleute mit Baubeginn fest, dass Rückhaltebecken und Entwässerung tiefer als vorgesehen verlegt werden müssen. Das Bauwerk liegt im Dollgraben, einem Feuchtgebiet und Biotop. „Die Entwässerung der Brücke muss natürlich gesichert sein, daher der Mehraufwand“, erklärt Carsten Miehe. Auf der Dollgrabenseite betrage die Tiefe der Entwässerung fünf Meter. Auf der Bergseite seien es sogar acht Meter Tiefe, merkt der Bürgermeister an. „Die Gräben müssen natürlich entsprechend gesichert und ausgebildet werden.“

Auch durch die geschwungene Bauweise der Brücke sei es zu leichten Verzögerungen im Zeitfonds gekommen, weiß Carsten Miehe. „In die Brücke sind im Bogen geschwungene Träger eingebaut. Diese Stahlträger im Straßenverkehr sicher zu transportieren und an den vorbestimmten Standort zu bringen, ist gewiss keine leichte Aufgabe“, begründet er den Zeitverzug.

Inzwischen ist schweres Gerät an den Schrägen des Bauwerks zum Einsatz gekommen. Zunächst sind mehrere Sandschichten dort aufgebracht, verdichtet und geglättet worden. Mutterboden ist dort aufgefüllt worden. Die darin inte-grierten Kokosmatten sollen das Abrutschen des Erdreichs verhindern. Später wird auf diese Bereiche ein Rasengemisch angesprüht. Der Rasen dient als zusätzliche Sicherung für den Mutterboden.