Wolmirstedt l Der rote Knopf ist gedrückt. Farsleben hat schnelles Internet, die Firma MDDSL hat Glasfaser bis in die drei Verteilerkästen der Telekom gelegt. Bis zu diesen Kästen führt nun die schnelle Datenautobahn. Ab da ist noch ein paar Tage lang „tote Hose“, noch erreicht die rasende Datengeschwindigkeit die Haushalte nicht. Die Farsleber brauchen sich jedoch nicht zu sorgen.

Bremse auf den letzten Metern

Die letzten Meter bis ins Haus verwaltet die Telekom. Über deren gängige Kupfertelefonleitung legen die Daten die letzten Meter bis ins Haus zurück. Die Telekom hat 30 Tage Zeit, den Anschluss in die Häuser freizuschalten. Ein paar Tage müssen sich die Farsleber also noch gedulden. Dann bekommen die 389 Haushalte Internet von 50Mbit/s. Diese Geschwindigkeit ist ihnen garantiert. Wer mehr möchte, kann sich an MDDSL wenden und bis zu 100 Mbit/s bekommen, zu einem anderen Tarif. „Den meisten Bürgern werden 50 Mbit/s vermutlich genügen“, heißt es.

Tücken des Alltags

Eigentlich sollte Farsleben schon längst an das schnelle Internet angeschlossen sein. Doch die Tücken des Alltag hatten die Zeitpläne verschoben. Zwischendurch fehlten Maschinen, mit denen das Kabel von Glindenberg nach Farsleben durch Feld und Flur gelegt werden konnte, zuletzt fehlte der Strom, den die Avacon erst kürzlich zur Verfügung gestellt hatte.

Viel Geduld ist gefragt

Auch Kommunikationsunternehmen spüren die Auswirkungen des Baubooms. Die Kosten sind gestiegen, Personal ist schwer zu finden, Maschinen sind gebunden. Da ist Geduld gefragt. Deshalb fällt auch die Progno „Wenn boden- und wettertechnisch alles passt, werden wir Mose in diesem Jahr anschließen“, sagt MDDSL-Sprecher Christian Daul. Der kleinste Wolmirstedter Ortsteil muss sich also noch eine Weile mit dem Schneckentempo begnügen.

Anschluss ist fast komplett

Mit Mose wäre Wolmirstedt komplett versorgt. Die Kernstadt und Elbeu haben bereits schnelles Internet von der Telekom, Glindenberg wurde, wie Farsleben, von MDDSL angeschlossen. Die Bereiche, die sich für Kommunikationsunternehmen wirtschaftlich nicht rechnen, werden mit Hilfe von Fördermitteln ans Glasfasernetz angeschlossen. Das werden demnächst drei Gewerbegebiete erfahren.

Die Gewerbegebiete Nord I und II sowie südlich des Mittellandkanals können mit 100 Mbit/s rechnen. Der Auftrag ist der Telekom zugeschlagen worden, es unterstützen Gelder aus einem sachsen-anhaltinischen Topf zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur.

Zu den Gewerbegebieten Nord I und II gehören der Lindenpark, ein Autohaus, Exxellin und mehr. Südlich des Mittellandkanals ist die Abfall­entsorgung angesiedelt.