Wolmirstedt l In Wolmirstedts Kleingartenanlagen ist der Landestrend noch nicht angekommen. Es gibt kaum leere Gärten, lediglich fünf Prozent sind nicht verpachtet. Dennoch müssen sich auch die Kleingartenvereine der Stadt um ihre Zukunft kümmern, der demografische Wandel macht auch vor Gartentüren nicht Halt. Die Vereine sind gefordert, eigene Konzepte für ihre Gartenanlage zu entwickeln. Armin Bartz, der Kreisvorsitzende der Kleingärtner, mahnte: „Bei den Mitgliederversammlungen solle nicht über knarzende Türen gesprochen werden, sondern über die Entwicklung und den Fortbestand der Anlage.“

Dazu zählt, dass jede Anlage ein Kerngebiet definiere, in dem auch künftig die Gärten Bestand haben werden. In der Zukunft sei mit mehr leeren Gärten zu rechnen, deshalb werden die Gartensparten zwangsläufig schrumpfen, möglichst nach Plan. „Die Vereine sollen in 50 Jahren immer noch bestehen“, sagt Armin Bartz, „aber kleiner und feiner.“

Anlagen werden schrumpfen

Sobald Kleingartenanlagen schrumpfen, kommt die Frage auf, was mit den übriggebliebenen Gärten geschehe, wer für den Rückbau aufkommen muss. In diesem Punkt sieht Armin Bartz noch gewaltigen Klärungsbedarf, zumal die Vereine damit finanziell schnell überfordert wären. „Es gibt Fördermittel, allerdings müssen die Maßnahmen von den Vereinen vollständig vorfinanziert werden.“ Das sei nicht zu leisten. Er fordert, dass sich die Kommunen der Sache annehmen und die Vereine zumindest unterstützen.

Armin Bartz merkte außerdem an, dass es kaum möglich sei, einen Kreisverband ehrenamtlich zu leiten. Er selbst arbeitet in seiner Funktion als Kreisvorsitzender täglich mindestens zwei Stunden für den Verband. Mindestens ebensoviel Zeit bringe die Finanzverantwortliche auf. Diesen Aufwand bestätigte auch Olaf Weber, der Kreisvorsitzende der Region Börde-Ohre im südlichen Teil des Landkreises. „Wir würden ja über eine Fusion beider Kreisverbände nachdenken“, sagt Armin Bartz, „wenn der Landkreis eine hauptamtliche Stelle schafft.“

Landrat Hans Walker (CDU) ist noch bis zum 6. September im Amt und notierte sich die Anliegen der Kleingärtner. Den Wanderpokal des Landrats übergab er an Detlef Jungnickel, den Vorsitzenden der Sparte „1947“. In der Anlage werde bereits in die Zukunft gedacht, unter anderem wurden Gärten bereitgestellt, in denen für die Tafel des Deutschen Roten Kreuzes angebaut wurde.

In diesem Jahr allerdings liegen die Gärten brach. Das Jobcenter konnte die Maßnahmen nicht rechtzeitig bewilligen. Grund war die Bundesregierung, die sich monatelang nicht gebildet hatte und so erst spät ein Bundeshaushalt verabschiedet wurde. Zu Beginn der Gartensaison floss schlichtweg kein Geld. „Wegen dieser Querelen gibt es nun drei Verlierer“, sagt Bartz, „die Gartensparte, Menschen, die in den Tafelgärten gearbeitet haben, und die Tafeln.“ Spartenchef Detlef Jungnickel wünschte sich aus dieser Erfahrung heraus künftig eine längere Planungssicherheit für solcherlei Maßnahmen.