Jersleben l Ruhig war es in den vergangenen Tagen auf der Baustelle in Jersleben. Kein Maschinenlärm war zu hören und keine Arbeiter zu sehen. Dabei wird die Dorfstraße schon seit fast einem Jahr grundhaft ausgebaut. Eigentlich sollten die Arbeiten bereits im Frühjahr abgeschlossen sein und 524.000 Euro gekostet haben. Rund 330.000 Euro an Fördermitteln flossen sowie 90 000 Euro durch Beiträge.

Arbeiten sollten bis April beendet sein

Mit der Umsetzung des Ausbaus und der Neugestaltung der Dorfstraße sollen Ziele des in den 1990er Jahren entwickelten Dorfentwicklungskonzeptes fortgeführt werden. Dazu gehört die Neugestaltung der Gehwege, der Seitenbereiche, der Grünanlagen und der Freiflächen. „Inhaltlich gelten die Ziele mit einer ortbildprägenden Neugestaltung der gemeindlichen Infrastruktur, dazu beizutragen, die Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land weiter anzupassen“, heißt es aus der Gemeindeverwaltung.

Dazu gehört der unter anderem der Ausbau der Dorfstraße mit Betonstein- und Naturpflaster, die Erneuerung der Gehwege mit Betonpflaster sowie der Einbau von Bordanlagen, Gossen und Straßenabläufen. Außerdem ist die Erneuerung des Regenwasserkanals einschließlich der Herstellung von Rigolen als Vorfluter, die Neugestaltung der Grünfläche in der Dorfmitte, der Einbau eines Löschwasserbehälters zur besseren Löschwasserversorgung unterhalb der Grünfläche sowie die Erneuerung der alten Trinkwasserleitungen durch den WWAZ geplant.

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Begonnen wurde im Spätsommer des vergangenen Jahres im östlichen Straßenbereich. Zunächst war die alte Straße teils bis auf mehrere Meter ausgebaggert worden. Zwar ist dieser Teil laut Informationen aus der Gemeindeverwaltung bereits weitestgehend fertiggestellt, doch war es bis hierher ein langer Weg. Bereits im ersten Quartal waren der Unterbau zum Teil fertig und die Trinkwasseranschlüsse hergestellt. Im mittleren Bereich war an den Regenwasseranschlüssen sowie der Regenwasserkanalisation gearbeitet worden. Ferner wurden im mittleren sowie im westlichen Bereich die Bordsteine gesetzt.

Außerdem wurde unter der künftigen Grünanlage im mittleren Teil der Dorfstraße die Löschwasserzisterne gesetzt. Sie fasst 100 Kubikmeter und wurde bereits durch die Feuerwehr abgenommen.

Doch kam im März der langanhaltende Regen, der Teile der Baustelle unter Wasser setzte. Dann wurden Skelette gefunden. So reiste Archäologin Helen Stohrl an den Fundort. Hier grub und sicherte die Archäologin des Landesamtes über mehrere Wochen ganz allein die Fundstelle. Es handelte sich um mehrere über 1000 Jahre alte Grabstätten.

Auch die Corona-Krise machte vor der Baustelle in Jersleben nicht Halt. Wegen des Lockdowns herrschte über mehrere Wochen Stille in der Dorfstraße. Das holte Anwohner auf den Plan. Sie kritisierten die Verzögerungen auf der Baustelle sowie die Kommunikation seitens der Gemeindeverwaltung. „Morgens fuhr man mit dem Auto aus der Straße raus, abends war weder ein Fußgängerweg nutzbar, noch die Zufahrt zum Grundstück möglich“, hatte eine Anwohnerin geklagt. Parkmöglichkeiten habe es nur beschränkt gegeben, da der südliche Teil noch nicht fertig war. Einige Anwohner hätten kein Heizöl bekommen, weil schlicht die Zufahrten wegen Bauarbeitern versperrt waren.

Bordsteine und Plasterarbeiten

Im Mai hieß es dann aus der Verwaltung: Im August wird alles fertig sein. Ein hehres Ziel, denn es muss einiges getan werden. Laut aktuellen Informationen aus der Gemeinde ist der östliche Straßenbereich zwar weitestgehend fertigstellt. Als nächstes soll auch die Fertigstellung der anderen Bereiche erfolgen. Doch während im Südbereich bereits die Bordsteine gesetzt sind, ist im nördlichen Bereich nur der Unterbau fertiggestellt.

Sind die Pflasterarbeiten beendet, soll zeitnah die Verkehrsfreigabe erteilt werden. Erst danach erfolgen die Restarbeiten wie Rasensaat und Bepflanzung mit Bäumen und Sträuchern.