Theater

Egons Plan wird auf dem Zielitzer Kalimandscharo gespielt

Nun steht es fest: In diesem Jahr wird auf dem Zielitzer Salzberg wieder Theater gespielt. Nachdem der Pandemie abgesagt werden musste, steht den Festspielen auf dem Kalimandscharo nun nichts mehr im Wege.

Von Hendrik Reppin
Nachdem vergangenes Jahr das Open-Air-Theater auf dem Salzberg ausfiel, wurden nun für diesen Sommer die 21. Kalimandscharo-Festspiele angekündigt.
Nachdem vergangenes Jahr das Open-Air-Theater auf dem Salzberg ausfiel, wurden nun für diesen Sommer die 21. Kalimandscharo-Festspiele angekündigt. Foto: Holzhaustheater

Zielitz - Nun stimmen auf jeden Fall die Zahlen überein: Die 21. Kalimandscharo-Festspiele können im Jahr ’21 stattfinden. Der Leiter des Kaliwerks Zielitz hat vor wenigen Tagen dafür die Zustimmung erteilt. Sigrid Vorpahl. Leiterin des Holzhaustheaters, freut sich über die Entscheidung. „Wir sind sehr glücklich darüber, dass in diesem Jahr die Festspiele stattfinden können.“ An drei Wochenenden werde auf der höchsten Bühne Deutschlands nördlich des Harzes endlich wieder Open-Air-Theater geboten. Wie bereits Tradition, werden sowohl ein Theaterstück für Erwachsene als auch ein Stück für Kinder angeboten.

„Ich freue mich, dass wir unter der Maßgabe eines gut durchdachten Hygienekonzeptes die diesjährigen Festspiele ausrichten können“, so der Werkleiter des Zielitzer Kaliwerks, Holger Hoppe. „Ich bin überzeugt, dass auch das Haldentheater in diesem Jahr wieder Groß und Klein begeistern wird.“

Premieren wurden um zwei Wochen verschoben

Mit „E. hat schon wieder einen Plan“ und „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“ werden genau die Stücke auf den Salzberg gebracht, die eigentlich für die entfallenen Festspiele im vergangenen Jahr geplant waren. Premiere für die Theateraufführungen auf der Kalihalde ist am 9. und 10. Juli. Damit verschiebt sich das Open-Air-Spektakel gegenüber der ursprünglichen Planung um 14 Tage.

„Wegen der vielen Vorbereitungen haben wir uns auf einen späteren Start geeinigt“, erklärte Torsten Kowalowka, Pressesprecher des Kaliwerks gegenüber der Volksstimme. Es sei ohnehin eine sehr kurzfristige Entscheidung gefallen. Die Arbeiten an der Spielstätte seien zeitaufwendig und für das Kaliwerk eine Herausforderung. Die Flächen auf der Halde seien im Moment nicht besucherfreundlich vorbereitet, da müsse noch aufgeschüttet und planiert werden.

Sigrid Vorpahl und ihre Holzhausmimen sind mit der Verzögerung ebenfalls einverstanden: „Trotz dieser zwei Wochen ist es ein sehr enger Zeitplan.“ Was sonst bequem in einem halben Jahr organisiert werden konnte, müsse nun unter Druck in sieben Wochen auf die Beine gestellt werden. Schließlich sei das Holzhaustheater auch für den Aufbau der Bühne auf der Kalihalde verantwortlich.

Auch das Proben mit den Schauspielern sei eine mühselige Arbeit gewesen. „Wegen der Kontaktbeschränkungen haben wir größtenteils gar nicht oder nur in einem sehr kleinen Kreis die Stücke proben können“, berichtet Sigrid Vorpahl. An einigen Tagen habe sie die Zwei-Personen-Probe nur im Regieraum hinter einer Scheibe verfolgen können. Zudem hatten Videoaufnahmen den Schauspielern sehr geholfen. „Bei den Proben im vergangenen Jahr haben wir zufälligerweise ein paar Mitschnitte gemacht.“ Daran hätten sich die Schauspieler in diesem Jahr orientiert. „Nach einer so langen Zeit ohne Proben wäre vieles sonst vergessen worden.“

Veränderungen im Ensemble

Es habe noch ein weiteres Problem gegeben: Da auf der Festspielbühne fast ausschließlich Hobby-Schauspieler stehen, habe es während der zurückliegenden Monate auch Veränderungen im Ensemble gegeben. Schüler hätten ihren Abschluss in Zielitz geschafft und seien nun wegen Studium oder Lehre nicht mehr am Heimatort. Andere hätten die Arbeitsstelle gewechselt und würden als Besetzung nun nicht mehr zur Verfügung stehen.

Traurig ist die Theaterchefin auch darüber, dass die Zuschauerzahl pro Aufführung auf 100 begrenzt werden musste. „Abgesehen davon, dass uns dadurch gut zwei Drittel der Einnahmen wegbrechen, ist auch das Gefühl für Schauspieler und Zuschauer ein ganz anderes“, so Sigrid Vorpahl. Es mache schon einen Unterschied, ob 100 oder 300 Gäste für Stimmung vor der Bühne sorgen.

„Wir wollen mit besonnenen Schritten aus der Pandemie gehen“, sagte Kali-Pressesprecher Thorsten Kowalowka in diesem Zusammenhang. Die Infektionszahlen können sich ändern und damit auch die Vorschriften für solche Veranstaltungen. Wegen dieser Situation habe sich die Werkleitung dazu entschieden, nicht bis an die Grenze des Machbaren zu gehen, sondern einen gewissen Spielraum zu lassen.

„Nach einer so langen Zeit ohne öffentliche Kulturveranstaltungen ist dies ein kleiner Schritt, der uns allen große Freude bereitet, auch wenn der Rahmen in diesem Jahr etwas kleiner ausfällt“, so Werkleiter Holger Hoppe.

Besucher, die bereits Karten aus dem Vorjahr haben, sollten sich auf der Webseite www.Holzhaustheater.de/Spielplan unter dem Text des neu gewählten Vorstellungstermins unter dem blauen Button „Reservierung und Anmeldung” in das Kontaktverfolgungsformular eintragen. Der Titel der Vorstellung sollte mitgeteilt werden, aber auch, dass bereits gültige Karten vorhanden seien. „Wir müssen genaue Besucherlisten führen, damit wir nicht mehr, aber auch nicht weniger als 100 Besucher für eine Vorstellung anmelden“, so Sigrid Vorpahl.

Eine weitere schlechte Nachricht für die Besucher: Speisen und Getränke dürfen in dieser Spielsaison leider nicht angeboten werden. „Aber wir werden mindestens einige Flaschen Selterswasser an der Kasse bereitstellen, damit niemand Durst leiden muss.”

Zuschauer sollten vorerst alle Nachweise dabei haben

Wer noch keine Karten habe, könne natürlich eine Vorstellung aussuchen und sich auf der Internetseite des Holzhaustheaters unter Spielplan mit Kontaktverfolgungsdaten anmelden. Falls noch Karten zu haben sind, erhalten Interessenten eine entsprechende Nachricht.  

„Wie das mit Impfpässen und Tests wird, kann noch niemand sagen“, so Sigrid Vorpahl. „Es wäre auf jeden Fall gut, wenn Besucher entsprechende Nachweise mitbringen würden. Vor Ort wird es jedoch auch Schnelltests geben, falls diese dann noch Vorschrift sind.“

Im Jahr 2000 hatte das Holzhaustheater eine besondere Idee: Sommertheater auf dem Salzberg. Das sei schon eine ganze Nummer größer gewesen, als die Sommeraufführungen im Garten und ohne finanzielle Unterstützung nicht zu stemmen, erklärte später die Theaterleiterin. Aus dem Liebhabertheater sei dann ein gemeinnütziger Verein geworden, der von Anfang an von der Gemeinde Zielitz gefördert worden sei.

Auch die Werkleitung der K+S Kali GmbH Werk Zielitz habe damals Gefallen an der Sommertheateridee gefunden und Unterstützung zugesagt. So erlebte am 25. August 2000 die Komödie „Der Prinz von Schricke“ ihre Uraufführung auf der Kalihalde II.

„Der Erfolg überraschte alle Beteiligten, motivierte aber auch zum Weitermachen.“ Bislang haben die Holzhaustheatermimen schon 20-mal zum Sommertheater auf dem Salzberg eingeladen. Bis auf die letzte Spielzeit haben jährlich rund 3000 Besucher die Aufführungen der Kalimandscharo-Festspiele gesehen.