Wolmirstedt l Das Stadion „Glück auf“ am Küchenhorn gleicht in den Augen von Spaziergängern einem Sicherheitstrakt, denn ein Zaun windet sich um das Areal. Der soll vor Tieren, wie Wildschweinen, schützen, aber auch vor Dieben und Vandalen. Das gelingt nicht immer, denn das Sportlerhaus wird regelmäßig aufgebrochen. Vorwiegend zum Monatsende wird es heimgesucht. „Wir haben Gitter vor den Türen, aber es wurden bereits Fenster herausgerissen“, sagt Birger Orlamünde, Abteilungsleiter der Leichathleten beim SV Kali. Die Athleten nutzen das Stadion „Glück auf“ als Trainingsstätte, außerdem jagen die Fußballer des SV Kali und der „Ohrekicker“ dort dem runden Leder nach.

Die Stadt hat schon viel getan, damit Einbrechern das Einbrechen erschwert wird. Neben den Gittern vor Fenstern und Türen wurden Einstiegslöcher vermauert. Der Zaun ist gesetzt, eine Alarmanlage eingebaut. Trotz dieser Maßnahmen gelingt es Dieben, einzudringen und zu zerstören.

Deshalb sehen einige Vereinsmitglieder den Stadion-standort skeptisch. „Auch wenn das Stadion saniert wird, bleiben Einbrüche nicht aus“, meint Harald Liebscher von den Ohrekickern, „der Schaden wäre größer als bisher.“ Er würde die zentrale Sportstätte Wolmirstedts lieber an anderer Stelle sehen. Das Küchenhorn sei zu abgelegen. Woanders müssten Sportler außerdem nicht mit der Vernässung kämpfen, die den Spielbetrieb von Zeit zu Zeit stört.

Der Stadtrat hat sich allerdings zum Küchenhorn-Stadion als Zentrale Sportstätte bekannt. Andere Stadionstandorte wurden abgelehnt. Vier Millionen Euro sollen investiert werden, damit „Glück auf“ zukunftsfähig wird. Zwei Millionen soll das Land als Fördermittelgeber beisteuern. Noch wurde der Wolmirstedter Antrag nicht berücksichtigt.

Leichtathletik-Chef Birger Orlamünde findet die Entscheidung richtig. „Sport findet auch am Wochenende statt, da wird es auch mal laut.“ Der Jubel, wenn ein Tor fällt, Lautsprecherdurchsagen, dazu der An- und Abfahrtsverkehr seien in Wohnortnähe problematisch. Unter diesen Aspekten findet Birger Orlamünde den Standort Küchenhorn gut gewählt.

Ortswechsel: Der Platz der Glindenberger Sportler von „Blau-Weiß Elbe“ liegt zwar in der Nähe der Wohnbebauung, ist aber durch einen Wall von der Häuserzeile getrennt. Gut 60 Fußballer verschiedener Mannschaften sind dort regelmäßig auf Torejagd, doch hinter dem Wall fühlen sich auch dreiste Diebe offenbar unbeobachtet. In das Holzhäuschen wird immer wieder eingebrochen, seit dem Juni-Hochwasser 2013 schon zehn Mal. Meistens fehlten danach Nahrungsmittel, Ende Januar wurden jedoch ein Rasentraktor und ein Freischneider gestohlen. „Der Rasentraktor war fast neu“, sagt Blau-Weiß-Elbe-Chef Steffen Seifert. Die Maschine wurde erst im April angeschafft.

Das Geld dafür stammte vom Verein und dem Kreissportbund Börde, der Rasentraktor half, die große Fläche zu mähen. Diese Arbeit übernehmen die Sportler selbst, sie arbeiten nach einem festen Plan. „Alle fußballspielenden Männer mähen Rasen, kreiden ab und bringen Müll weg“, sagt Steffen Seifert.

Der Glindenberger Sportplatz glich beim Juni-Hochwasser 2013 einem See. Als das Wasser verschwunden war, schafften sich die Sportler ihre „Finca“ an, so haben sie den Holzschuppen getauft. Steffen Seifert ärgert sich nicht nur über den gestohlenen Rasentraktor, sondern auch darüber, dass die Schlösser der Schuppen regelmäßig ramponiert sind. Die Reparatur ist teuer.

Die Glindenberger Sportler brauchen ihre Holzhäuschen. Steffen Seifert sagt: Wir haben sonst nichts, wo wir etwas unterstellen können.“ Deshalb möchten sie ihren Platz bald sichern. Ideen sind schon da, das Geld fehlt. Demnächst wollen sich Vertreter von Blau-Weiß-Elbe mit der stellvertretenden Bürgermeisterin Marlies Cassuhn zusammensetzen.

Bis dahin müssen sie sich nicht nur der Diebe erwehren, sondern auch versuchen, einen anderen Besucher zu vertreiben. Ein Maulwurf schüttet munter Hügel auf.