22 lebensgroße Dinosaurier lockten am Wochenende die Besucher in die Halle der Freundschaft

Eine tierische Reise in die Vergangenheit

Von Karl-Heinz Klappoth

Wer am Wochenende die Halle der Freundschaft in Wolmirstedt aufsuchte, der unternahm eine tierische Reise in die Vergangenheit. Für zwei Tage waren 22 lebensgroße Dinosaurier zu bestaunen. Dabei machten eindeutig die kleinsten Besucher die größten Augen.

Wolmirstedt l "Opa, schau mal, da steht ein Tyrannosaurus Rex, und das ist ein Allosaurus. Und der dahinter, der heißt Stegosaurus." Der kleine Steven, 6 Jahre, aus Wolmirstedt, sprudelte die Namen nur so heraus, als wäre es das normalste der Welt. Doch ohne eine Reaktion des Opas abzuwarten lief er im nächsten Moment schon auf einen Dimetrodon zu.

Die vier lebensgroßen Dinosaurier-Nachbildungen aus Kunststoff gehörten zu den 22 Tieren längst vergangener Zeiten, die am Wochenende in der Halle der Freundschaft bei einer Ausstellung zu bestaunen waren. Übrigens, das Szenario wiederholte sich an den beiden Tagen zigfach. Doch bei aller Sachkenntnis der jungen Besucher, besonders beliebt waren bei ihnen dennoch die zwei Spielzeugdinos und der begehbare Kopf eines T-Rex. Und hier machten die Opis und Vatis dann der Presse Konkurrenz, entstanden unzählige Erinnerungsfotos. Und wie sagte Diego Weinacht, 28, aus Meitzendorf, der mit seinem Sohn Elias in die Ohrestadt kam, so treffend: "Wann kommt man den urigen Tieren wieder einmal so nahe, die doch vor rund 65 Millionen Jahren ausgestorben sind?"

Über 150 Millionen Jahre prägten Dinosaurier an Land, in der Luft und im Wasser das Gesicht der Erde, bevor sie ziemlich plötzlich ausstarben, verriet Guliano Sperlich, Junior-Chef der gewaltigen Ausstellung. Und die Kinder, die ihn mit Fragen regelrecht durchlöcherten, merkten sehr schnell, dass er seine Hausaufgaben gemacht hatte. So lauschten die Kleinen mit großen Augen, als er davon berichtete, dass die riesigen Reptilien die Erdzeitalter Trias, Jura und Kreidezeit beherrschten, bevor sie von Vögeln und Säugetieren abgelöst wurden. Den Mädchen und Jungen in der geschichtsträchtigen Halle der Freundschaft gefielen die lebensechten Nachbildungen. Auch dem vierjährigen Pepe aus Zielitz, der mit Oma und Opa Schladitz den Tieren gegenübertrat. "Für die Kinder ist die Ausstellung toll gemacht", meinte Pepes Oma Angelika, die selbst kein Fan der Dinos ist. Regelrecht fasziniert dagegen war die neunjährige Zarah-Maureen aus Wolmirstedt, die sich mit nachgebildeten Sauriern bestens auskannte. "Es ist aber auch beachtlich", so ihr Opa, der sie begleitete, "was man aus Millionen Jahre alten Fossilien über das Leben der Saurier rekonstruieren kann." Als Zarah-Maureen nach gut drei Stunden die Ausstellung verließ, hatte sie ihr Wissen, wie sie verriet, "mächtig erweitert".

Neben den Nachbildungen gab es auch Infotafeln über die Lebensweise, die Ernährung und Theorien zum Aussterben der Dinosaurier. Aber auch über heute noch lebende Reptilien. So erfuhr der Besucher in der Ausstellung, dass mit 7000 Arten die Schlangen und Eidechsen eine sehr vielfältige Reptiliengruppe sind. Wie Junior-Chef Guliano Sperlich erzählte, wird vermutet, dass sich einige Arten aus den damals lebenden Sauriern entwickelten. Wer sich das alles nicht merken konnte, der nahm sich einen Steckbrief mit, auf dem die Details der ausgestellten Dinos noch einmal nachgelesen werden können.