Farsleben l In der ruhigeren Vorweihnachtszeit zieht nun auch Stille in den Farsleber Jugendclub ein. Nach Querelen im September und Oktober haben sich die Jugendlichen entschuldigt. Nun haben Jugendsozialarbeiter und der Vorstand des DRK Kreisverband Börde mit den Jugendlichen zusammengesessen. In zwei Treffen wurden neue Regularien festgesetzt.

So gibt es künftig vier Schlüsselverantwortliche unter den jungen Erwachsenen. Sie sind nicht nur für das Aufschließen der Räumlichkeiten zuständig, sondern müssen auch vor Ort sein. Ob geöffnet wird oder nicht, regeln die jungen Leute untereinander. „In der Regel haben wir aber fast jeden Abend geöffnet“, sagt Tim Steffens, einer der Verantwortlichen. Für die Belästigungen im Herbst, die sogar im Ortschaftsrat Thema waren, entschuldigten sich die Jugendlichen.

Jugendliche bringen sich ein

Außerdem werden sich die Jugendlichen künftig an Veranstaltungen des DRK beteiligen. So werden sie bei der Blutspende mit anpacken oder beim Sommerfest der Farsleber Feuerwehr helfen. „Die Einbringungen der Jugendlichen in die Aktivitäten des DRK war von Anfang an geplant“, sagt Ralf Kürbis, Vorstand des DRK Kreisverbandes Börde. „Das ist ein wenig eingeschlafen, nun werden wir dies wieder beleben.“

Es sei ihnen wichtig gewesen, mit den jungen Erwachsenen persönlich zu sprechen. An eine Schließung des Jugendclubs dachte von Beginn an niemand. „Es wäre ein Armutszeugnis, wenn wir die Jugendarbeit aufgeben und den Club schließen“, so Ralf Kürbis. Es gehe nun für die Jugendlichen darum, sich das Vertrauen wieder zu erarbeiten – beim DRK und den Farslebern selbst.

Weiterhin können sich die Anwohner bei Ortsbürgermeister Rolf Knackmuß melden, sollte ihnen etwas unangenehm auffallen. „Seit der Anhörung im Ortschaftsrat ist es recht ruhig geworden im Jugendclub“, ist dem Ortsbürgermeister positiv aufgefallen. Zusätzlich lobt er das ordentliche Äußere – auf dem Parkplatz wurden Steine gesetzt, um das mitunter recht wilde Befahren einzugrenzen. Sind die jungen Erwachsenen im Club, schauen Ortsansässige immer mal wieder nach dem Rechten.

Das Vertrauen erarbeiten

Im September beschwerten sich Anwohner erstmals über Lärm, Müll und Alkohol. An manchen Tagen sei die Musikanlage vor dem Jugendclub angebracht worden und hätte die gesamte Gegend beschallt. Anwohner berichteten, sie seien um ihren Schlaf gebracht worden, das Areal wurde als „rechtsfreier Raum“ betitelt. Als das Thema im Ortschaftsrat laut wurde, handelten Ortsbürgermeister Rolf Knackmuß sowie das DRK. Sie suchten das Gespräch mit den Jugendlichen. Nun trägt die Arbeit Früchte.

Eine Silvesterfeier soll es im Jugendclub auch in diesem Jahr geben. Für das kommende Jahr haben sich die jungen Erwachsenen auch etwas vorgenommen, wie Tim Steffens sagt: „Wir haben festgelegt, dass hier jetzt nichts mehr passieren wird, das andere stören könnte.“