Wolmirstedt l Lidl möchte in Wolmirstedt schon lange einen größeren Markt bauen. „Die Ansprüche unserer Mitarbeiter und Kunden haben sich in den vergangenen Jahren geändert“, erklärte Portfoliomanagerin Anne Werner. Auch wenn der Discounter von Hause aus nur ein eingeschränktes Sortiment bietet, so soll künftig dennoch mehr Ware angeboten werden, vor allem aber sollen die Gänge zwischen den Regalen großzüger ausfallen, es soll mehr Licht geben und eine freundlichere Warenpräsentation. Kurz: Er soll größer werden.

Als Lieblingsstandort für den Neubau wird die Fläche am Kreisverkehr Samsweger Straße/Geschwister-Scholl-Straße schon lange favorisiert. Das ist in der Bevölkerung umstritten, doch Lidl hält daran fest. Obwohl bis zum Neubau einige Hürden zu überwinden sind.

Verlegung der Leitung ist schwierig

Die größte Schwierigkeit ist die Verlegung der Haupttrinkwasserleitung. Die sogenannte Heidewasserleitung führt von Colbitz bis Magdeburg diagonal durch dieses Areal. Die Leitung gehört zur Trinkwasserversorgung Magdeburg, die Verlegungskosten sind von Lidl zu tragen.

Bilder

Wird der Markt samt dazugehöriger Parkplätze gebaut (siehe Grafik), muss der Bolzplatz weichen. Lidl würde dafür entweder 70.000 Euro als Abschlagszahlung an Wolmirstedt überweisen oder aber selbst einen neuen Bolzplatz errichten, sobald dafür ein Grundstück gefunden ist.

Standort sowieso aufgegeben

Bisher betreibt das Unternehmen einen Markt in der Samsweger Straße. „Was wird damit“, wollte SPD-Stadtrat Nico Henning wissen. Er spielte damit auch auf den ehemaligen Rewe-Markt vor Elbeu an, der langsam verfällt. „Im alten Markt sind wir nur eingemietet“, klärt Anne Werner auf. Der Standort wäre in den nächsten Jahren ohnehin aufgegeben worden, auch ohne den Neubau. Im Rathaus werde derzeit versucht, Nachmieter für das Objekt zu finden.

Kunden können den Markt über die Heinrich-Heine-Straße sowie über die Geschwister-Scholl-Straße erreichen. Dies wird vom Investor als gute Erreichbarkeit gewertet.

Wunsch nach mehr Grün aufnehmen

Ob Wolmirstedt an dieser Stelle tatsächlich einen Markt braucht, bezweifelte Nico Henning. „Schade um die Grünfläche.“ Lidl selbst steht zu diesem neuen Standort, auch im Hinblick auf die Bebauung des ehemaligen Krankenhausgeländes. „Den Wunsch nach mehr Grün“, sagt Anne Werner, „nehmen wir auf.“