Wolmirstedt l Eilen sensible Gemüter durch den Wolmirstedter Bahnhofstunnel, sollten sie nicht so genau hinschauen. Was links und rechts des Holzstegs schwimmt, wird besser nicht genau betrachtet. Denn: Im Wasser treiben Gummihandschuhe, Zigarettenschachteln, in Alufolie gewickelte Frühstücksstullen und Gummibärentüten neben Taschentüchern und zerknüllten Zeitungsseiten. Was sich außerdem im Wasser aufgelöst hat – wer weiß. Gegen dieses eklige Sammelsurium wirken die hingeschmierten Graffiti an den Wänden beinahe nett. Das sind sie aber nicht.

Auch die Unterführung in der Gartenstraße macht wenig Lust, hindurchzugehen. Dort ist es derzeit trocken, immerhin, aber Laub, Scherben und liegengelassene Taschentücher und Papier auf dem Boden wirken wenig einladend.

Warum landet so viel Unrat in den Unterführungen? Lässt sich das verhindern? Die Bahn hat kein Rezept. Die Erfahrung lautet: Grundsätzlich sind die Fußgängertunnel sauberer, je mehr Menschen sie nutzen.

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Bahnhofstunnel regelmäßig frequentiert

Zumindest der Wolmirstedter Bahnhofstunnel ist regelmäßig frequentiert, mehr als die Unterführung in der Gartenstraße, und trotzdem gleicht er einer Müllhalde. Verantwortlich ist die Bahn. Sprecher Jörg Bönisch weiß um die Zustände. Er sagt, es werde regelmäßig gereinigt, außerdem kontrollieren Stationsbetreuer.

In zwei Jahren soll es 20 Meter nördlich eine neue Unterführung geben, versehen mit zwei Aufzügen, sodass Reisende barrierefrei umsteigen können. Doch schützt das Neue vor Schmierereien und Vermüllung? Gibt es ein Rezept?

Der Bahn bleibt nur die Hoffnung. Manchmal helfe es, die Wände künstlerisch zu gestalten, meint Jörg Bönisch. Das ist im neuen Tunnel jedoch nicht vorgesehen. Der soll jedoch einen Graffiti-Schutz bekommen. Eine Garantie? „Mutwillige Beschädigungen, Vandalismus und Schmierereien erfolgen leider auch an Neubauten.“

Jörg Bönisch bietet an, Bürger können Verschmutzungen, Beschädigungen oder Defekte in der Zentrale unter 0391/549 10 55 melden.