Barleben l Frank Scheller ist sauer. Der Samsweger kommt jeden Morgen mit dem Auto nach Barleben zur Arbeit. Früher fuhr einen Untersatz mit einem Sechszylinder-Diesel-Aggregat. Doch der Geländewagen war ihm angesichts der aktuellen Klimadiskussion einfach zu schmutzig. Deshalb benutzt er seit zwei Jahren für kürzere Fahrtstrecken ein Auto mit einem sogenannten Plug-In-Hybrid-Antrieb. Der Akku wird sowohl über den eingebauten Verbrennungsmotor als auch am Stromnetz geladen.

„Das Aufladen über das Stromnetz funktioniert eigentlich ganz einfach. Ich kann dies bei mir zu Hause tun, aber auch in Barleben“, sagt der Samsweger. Im März 2018 ist nämlich eine Ladesäule im Breiteweg an der Heimatstube mit viel Brimborium in Betrieb genommen worden. Auch Vertreter des Stromanbieters Avacon waren zugegen.

Zwei Stunden aufladen

An der Säule befinden sich zwei Ladebuchsen, an denen mit jeweils 22 Kilowatt pro Stunde geladen werden kann. Die notwendige Ladezeit ergibt sich aus der Kapazität des Akkus im Fahrzeug. Ein Auto mit einem 40-Kilowatt-Akku muss also für knapp zwei Stunden an die Stromtankstelle, um die leere Batterie zu laden.

„Das klappte immer sehr gut. Ich konnte bisher voll elektrisch hin und zurück fahren“, erzählt Frank Scheller. Doch seit dem 2. September ist alles anders. „Seitdem funktioniert nämlich die Ladesäule nicht mehr“, ärgert sich der Samsweger. Als Schuldigen hat er ein defektes Modem an der Ladesäule ausgemacht. Somit bestehe nämlich keine Verbindung zum Anbieter und es könne nicht entriegelt werden.

Bereits am ersten Störungstag habe er über die angegebene Service-Nummer Kontakt mit dem Anbieter „Charge On“, einer Tochter von Eon, aufgenommen. Ein Mitarbeiter habe ihn sogar auf dem Handy zurückgerufen und die Reparatur versprochen. Nur: Passiert ist bisher nichts.

„Ich bin ja nur einer von vielen Betroffenen. Es gibt schließlich noch nicht viele Ladesäulen in der Region“, erzählt Frank Scheller. So verbliebe für diejenigen, die hier mit dem Elektroauto unterwegs sind, nur die eine Ladesäule mit den zwei Anschlüssen in Barleben.

Spritkosten gespart

So bedeutet für ihn die defekte Station eine Einschränkung, zumindest wenn er nach der Arbeit in Barleben noch einen Weg in Magdeburg zu erledigen hat. „Ansonsten ist elektrisch Fahren phänomenal. Ich habe in einem Jahr rund 2.000 Euro Spritkosten eingespart und natürlich dementsprechend weniger CO2 freigesetzt“, ist der Samsweger von der elektrischen Fortbewegung überzeugt. So zeigt er auch Verständnis, „wenn an der neuen Technik mal etwas kaputt gehen kann. Es darf aber nicht sein, dass sich so etwas über mehrere Monate hinzieht.“

Auch die Volksstimme wagte den Test: Während der Bedienung der neben dem Bildschirm der Ladesäule befindlichen Navigation wird folgende Störung angezeigt: „EVSE Fehler: Die Communikation mit dem EVSE-Controller ist gestört. Wartung nötig.“ Ein Anruf bei der auf der Station angegebenen Service-Hotline brachte zunächst auch nicht viel Neues. Die nette Stimme am anderen Ende der Leitung hat zwar einen Fehler erkannt. Über den Stand der Reparatur wollte sie per Anruf informieren.

Eon verspricht zeitnahe Reparatur

„Wir bedauern die Störung der Ladesäule in Barleben sehr und arbeiten bereits mit Hochdruck an der Behebung“, teilte ein Sprecher des Konzern dann schriftlich auf Nachfrage mit. Leider gebe es momentan Lieferengpässe bei einem ganz speziellen Ersatzteil, das für die Reparatur dieser Ladesäule unerlässlich sei. „Wir rechnen aber in Kürze mit der Lieferung dieses Ersatzteils und werden die Ladestation dann umgehend wieder in Betrieb setzen“, wurde versprochen.