Barleben l Wer ein Elektro-Auto besitzt, kann seit vergangener Woche den Akku seines fahrbaren Untersatzes am Barleber Rathaus vor der Heimatstube laden. Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff nahm mit Anett Johanson, Klaus Gryska und Thomas Braumann als Vertretern der Avavon die Säule in Betrieb.

An der Säule befinden sich zwei Ladebuchsen, an der mit jeweils 22 Kilowatt pro Stunde geladen werden kann. Die notwendige Ladezeit ergibt sich aus der Kapazität des Akkus im Fahrzeug, ein Auto mit einem 40-Kilomatt-Akku muss also für knapp zwei Stunden an die „Tankstelle“, wenn der Akku leer ist.

Barlebens Bürgermeister Keindorff ließ sich die Technik von Avacon-Techniker Gryska und Kommunalmanager Braumann erklären. „Um sein Auto hier aufladen zu können, brauchen die Fahrer eine RFID-Karte oder einen neuen Personalausweis. RFID ist eine englische Abkürzung für „radio-frequency identification“, die Identifizierung mit Hilfe elektromagnetischer Wellen. „Wer ein E-Auto hat, hat aber meistens sogar mehrere dieser Karten, je nach Anbieter“, weiß Anett Johanson von Avacon.

Ausschließlich Ökostrom

An der Säule hinter dem Rathaus fließt ausschließlich Ökostrom, anhand einer farbig beleuchteten Leiste an der Oberkante der Säule lässt sich für den E-Auto-Fahrer sichtbar sogar der Ladestatus ablesen. „Die Leiste leuchtet während des Ladevorgangs blau, das hat sich so etabliert. Auch in den Autos ist meist eine blaue Lampe zu sehen“, sagt Klaus Gryska. Wie man an der Säule lädt, wird nach dem Aktivieren per RFID-Karte auf dem Bedienungsfeld erklärt. Startet der Ladevorgang, wird das Kabel verriegelt und kann nur per Freischaltung mit der Karte entriegelt werden.

Die Ladesäule gehört zu einem Pilotprojekt des Energieversorgers. „Wir wollen testen, ob sich die Ausstattung mit den Bildschirmen rentiert“, sagt Thomas Braumann. Auf dem 46-Zoll-Monitor sollen Unternehmen Werbung schalten können. Bislang ist das aber in Barleben noch nicht möglich: „Die Säule ist noch nicht ans Internet angeschlossen, darum zeigt sie auch noch ein Datum und Wetteraussichten aus dem vergangenen Jahr an“, so Braumann. In den kommenden Wochen soll der Internet-Mangel aber behoben werden.

Die Aufstellung der Ladesäule hat rund 25.000 Euro gekostet, die das Energie-Unternehmen gezahlt hat, der Gemeinde Barleben entstehen dadurch keine Kosten. Sie hat lediglich den Platz hinter dem Rathaus am Breiteweg zurVerfügung gestellt. Zwei Parkplätze sind dort für das Laden an der Säule reserviert. Voraussichtlich bis Ende des Jahres 2018 können Autofahrer dort im Rahmen des Pilotprojekts kostenlos Strom „tanken“ mit ihrem Auto.