Ellersell l Im kleinen Ortsteil von Colbitz waren die Einwohner eigentlich glücklich, als nach langem Bitten endlich die Verbindungsstraße nach Ellersell saniert wurde. Vor mehreren Wochen rückten die Baufahrzeuge an und kümmerten sich um die Straße. Doch die Freude über die frisch sanierte Anbindung der Siedlung an die Hauptstraße hielt nicht lange. Bei einem Gespräch hätten nach Angaben des Ellerseller Einwohners André Schuster die Bauleute darauf hingewiesen, dass die Straße wohl nicht besonders lange halten werde.

„Mir wurde gesagt, dass die Firma nicht genügend finanzielle Mittel zur Verfügung hätte, um die Straße vernünftig zu sanieren.“ Es sei sogar die Aussage getroffen worden, dass bei einem strengen Winter die 630 Meter lange Trasse möglicherweise schon im kommenden Jahr repariert werden müsse.

Der Bewohner der Ortschaft Ellersell ist verärgert. Schließlich sei es nicht so, dass die Siedlung in der Nähe von Colbitz in der Vergangenheit mit Baumaßnahmen reich gesegnet wurde. „Wir fühlen uns schon immer stiefmütterlich behandelt“, sagt Schuster gegenüber der Volksstimme. „In Colitz wurde schon registriert, dass in Ellersell gebaut wird. Aber wenn wir in einem Jahr wieder darum bitten, dass die Straße gemacht wird, werden die anderen Colbitzer Ortschaften mit dem Kopf schütteln.“ Nach Schusters Worten würde es dann so aussehen, als werde in Ellersell immer nur gefordert.

Bürgermeister versteht Aufregung nicht

Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Elbe-Heide, Thomas Schmette, kann die Aussage der Bauleute vor Ort nicht verstehen: „Die Arbeiten an der Straße waren von Beginn an nur als Unterhaltungsmaßnahme geplant. Von einem grundhaften Ausbau der Straße nach Ellersell sei nicht die Rede gewesen.“ Dass es keinen Tiefeinbau mit Bodeneinfassung und den dazugehörigen Arbeiten geben würde, sei vorher allen klar gewesen, sagt Thomas Schmette.

Der Verbandsgemeindebürgermeister gab zu bedenken, dass die Straße in die Ortschaft schon jetzt für den schwereren Verkehr gesperrt sei. Beispielsweise dürften landwirtschaftliche Fahrzeuge über 5,5 Tonnen diesen Weg ohnehin nicht nutzen. „Es gibt für den Verkehr über dieses Gewicht hinaus eine Alternativroute“, sagt Schmette.

André Schuster bezweifelt, dass sich in Zukunft gerade die Forstfahrzeuge daran halten und die Straße meiden werden. „Wir sind sehr froh darüber, dass nach 19 Jahren an der Straße überhaupt wieder etwas passiert ist.“ Er hoffe, dass die Gemeindeverwaltung den Forstbetrieben in diesem Bereich ins Gewissen redet, die gerade instandgesetzte Straße nicht nach kurzer Zeit wieder zu ruinieren.