Dahlenwarsleben l Bürgermeisterin Erika Tholotowsky wies darum beim Frühschoppen in der Aula der Dahlenwarsleber Grundschule auch gleich in ihrer Rede darauf hin, dass „jeder zweite in der Gemeinde ohne Breitbandanschluss ist“. Allerdings, und das erklärte sie gleich im Anschluss, habe die Gemeinde im vergangenen Jahr rund 8,2 Millionen Euro Fördermittel vom Bund bekommen, um ein eigenes Breitbandnetz im Betreibermodell aufzubauen. Die Gemeinde Niedere Börde muss in den kommenden Jahren noch rund 5,5 Millionen Euro eigene Finanzen dazulegen, um das Netz zu bauen.

Nach dem kurzen Ausflug in die Welt der Telekommunikation wies sie auf zahlreiche Projekte hin, die bereits im vergangenen Jahr begonnen oder sogar abgeschlossen worden waren. Die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf energiesparende LED-Elemente in Gersdorf, Dahlenwarsleben und Meseberg nannte sie dabei, außerdem den Neubau der Kinderkrippe Samswegen, der bereits 2018 abgeschlossen und von Kindern und Erziehern bezogen werden soll. Auch der Neubau der Brücke über die Ohre zwischen Bleiche und Samswegen gehört zu diesen Projekten.

Grundschule Samswegen wird saniert

Geplant hat die Gemeinde für 2018 aber auch einiges: Die Samsweger Grundschule soll einen Foyerbau und ein neues Dach bekommen. Auch eine neue Turnhalle steht dort noch auf dem Planungsszettel der Gemeinde: „Dafür gebe ich uns aber noch drei, vier Jahre Zeit“, sagte Tholotowsky beim Frühschoppen. Die Freiwillige Feuerwehr Samswegen bekommt in diesem Jahr ein neues Löschfahrzeug mit der Bezeichnung LF20 für rund 370.000 Euro. Immerhin 125.000 Euro an Fördermitteln dafür kommen vom Land Sachsen-Anhalt.

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An marode Straßen wagt sich die Gemeinde in diesem Jahr auch. Tholotowsky kündigte an, 2018 würden die Straßen Am Plan in Dahlenwarsleben und die Dorfstraße in Jersleben saniert. „Wir haben uns in den vergangenen Jahren bei den Straßen zurückgehalten und die Kindertagesstätten aufgemöbelt, wo es nötig und möglich war“, sagt sie. Diesen Investitionsstau müsse man aber in den kommenden Jahren angehen. Die Bürgermeisterin meinte auch: „Wir müssen die Rahmenbedingungen für junge Familien schaffen, aber auch die Älteren nicht aus dem Blickfeld verlieren.“ Bei beiden Altersgruppen spielten schnelle Internetanschlüsse in Zukunft größere Rollen als bisher, spannte sie den Bogen zurück zum Thema des Tages.

Den aktuellen Stand des Breitbandausbaus in der Gemeinde Niedere Börde erklärte dann allerdings Holger Haupt, Beauftragter des Landkreises Börde für den Breitbandausbau. Er wies darauf hin, dass ab April Informationsveranstaltungen in allen Ortschaften der Niederen Börde stattfinden sollen. Die Termine werden dann rechtzeitig in der Volksstimme bekannt gegeben. „Momentan stecken wir im Vergabeprozess für die ganze Arbeitsgemeinschaft Breitband im Landkreis. In der Niederen Börde kann der Ausbau theoretisch noch in diesem Jahr beginnen“, sagte Haupt.

150 Mbit pro Sekunde sollen Standard werden

Dabei müssen rund 102 Kilometer Gräben geschachtet werden, 188 Kilometer Leerrohre müssen in die Erde, 533 Kilometer Glasfaserkabel sollen verlegt werden. Von den 3102 privaten Adressen in den Ortschaften der gesamten Gemeinde seien 2286 potenziell zu erschließen, dazu kommen rund 220 Unternehmen, von denen sich aber nur zehn Prozent in Gewerbegebieten befänden. „Die anderen 90 Prozent haben ihre Geschäfte und Firmen in Mischgebieten, wo auch Privatleute wohnen“, erklärte Haupt, warum nicht nur Gewerbegebiete profitieren dürfen. Anwendungen wie digitale Gesundheitsfürsorge (e-Health), Vernetzung und Digitalisierung im Leben allgemein beträfen mittlerweile nicht mehr nur Unternehmer. „Bisher ist die Niedere Börde auf der Breitbandkarte ein weißer Fleck, wir erreichen flächendeckend nicht einmal 30 Mbit pro Sekunde. Mit der neuen Technik sind mindestens 150 Mbit Standard“, so Haupt.