Samswegen l Kurz nach 18 Uhr ertönten in den Ortschaften Samswegen, Jersleben, Meseberg und Wolmirstedt am vergangenen Sonnabend die Sirenen, da ein Feuer in einem Bungalow in der „Siedlung Haidberg“ gemeldet worden war. Der Alarm war wie das folgende Szenario Teil einer Einsatzübung: Für Kai Knop, der als ersteintreffender Verbandsführer die Funktion des Einsatzleiters wahrnahm, bestätigte sich vor Ort der Brand in einem hölzernen Garagenkomplex nahe eines Bungalows. Weiterhin stellte er im Rahmen der Lageerkundung fest, dass noch eine Person vermisst wird und sich der Brand auf das Waldstück ausgedehnt hatte.

Demnach forderte er über die Integrierte Leitstelle Börde den zweiten Abmarsch an, der aus den Feuerwehren Groß Ammensleben, Dahlenwarsleben und Gersdorf bestand. Problematisch bei diesem Einsatz waren neben dem Szenario vor allem die Zuwegung in das Waldstück, die komplette Dunkelheit am Einsatzort sowie die Löschwasserversorgung. Erst in zirka zwei Kilometern Entfernung befanden sich die ersten Löschwasserentnahmestellen. Auch wenn es sich bei dem Ereignis glücklicherweise nur um eine Übung handelte, hielt es die Einsatzkräfte nicht davon ab, die Aufgaben ernst zu nehmen.

Drei Einsatzabschnitte

Für die Gefahrenabwehr bildete Einsatzleiter Knop drei Einsatzabschnitte. Im ersten Abschnitt waren die Feuerwehren Samswegen, Jersleben und Meseberg mit der Brandbekämpfung und Menschenrettung beauftragt. Mittels Feuerpatschen und Strahlrohren dämmten die Kameraden das Feuer im Wald ein und führten einen Innenangriff unter Atemschutz in der Garage durch, aus der zwei Gasflaschen geborgen wurden.

Der zweite Einsatzabschnitt zeichnete für die Löschwasserversorgung verantwortlich, in die neben der Feuerwehr Wolmirstedt auch weitere wasserführende Fahrzeuge aus den beteiligten Ortsfeuerwehren der Niederen Börde eingebunden waren. Im Pendelverkehr führten die Fahrzeuge Löschwasser von den Hydranten in Samswegen zur Einsatzstelle.

Der dritte Einsatzabschnitt wurde mit der Personensuche beauftragt, da in der Garage niemand gefunden wurde und ein Anwohner einen Unbekannten in den Wald verschwinden sah. Dabei wurden neben zahlreichen Einsatzkräften mit Handscheinwerfern auch vier Wärmebildkameras eingesetzt. Insgesamt waren 56 Feuerwehrangehörige mit 13 Fahrzeugen vor Ort, um die Schadenslage zu bewältigen.

Neben dem Gemeindewehrleiter Karl-Heinz Mill und zahlreichen Beobachtern waren auch die Brandschutzverantwortlichen aus der Gemeindeverwaltung der Niederen Börde anwesend. Dazu zählten Manuel Buchwaldt als Sachbearbeiter Brandschutz, sein Sachgebietsleiter Jan Bartelmann sowie Bürgermeisterin Erika Tholotowsky. Die Verantwortungsträger begleiteten die zweistündige Einsatzübung, bis die Personensuche erfolgreich abgeschlossen war und „Feuer aus!“ gemeldet wurde.

Da somit das Übungsziel erreicht war, konnte sich auch Übungsleiter Mathias Wolff zufrieden zeigen, der vor allem Familie Finzelberg für die Bereitstellung ihres Geländes dankte. Anschließend kehrten die Einsatzkräfte und Beobachter in das Feuerwehrhaus Samswegen ein, um bei Gegrilltem die Einsatzübung Revue passieren zu lassen.