Burgstall l Das Thema Atemschutz sorgt bei so mancher Freiwilligen Feuerwehr für Probleme. Das ist in Burgstall anders. „Alle unsere sechs Atemschutzgeräteträger verfügen über die notwendige ärztliche Untersuchung und haben auch die Atemschutzstrecke in Haldensleben erfolgreich absolviert“, konnte Wehrleiter Enrico Hahn berichten.

Hier hakte Dustin Grönke, stellvertretender Verbandsgemeindewehrleiter, in seinem Grußwort nach. „Der Landkreis macht es sich sehr einfach, wenn er Kameraden streicht, die nicht in der Atemschutzstrecke waren. Aber man muss dabei auch sehen, dass dafür in Haldensleben zu wenig Plätze angeboten werden“, kritisierte Grönke, der auch Wehrleiter im benachbarten Dolle ist.

21 aktive Kameraden

Derzeit versehen 21 Feuerwehrleute, davon drei Frauen, ihren Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr Burgstall. „Wichtig im vergangenen Jahr war, dass drei neue Kameraden den Weg in die Einsatzabteilung gefunden haben“, lobte der Wehrleiter. Das sind Chris Jahn, der von der Sandbeiendorfer Wehr nach Burgstall wechselte sowie Ronny Krone und Fred Wilke.

Die beiden letztgenannten haben noch im Jahr 2017 gemeinsam mit fünf Kameraden der Jugendfeuerwehr ihre Truppmannausbildung erfolgreich absolviert und beherrschen damit die Grundlagen des Feuerwehrdienstes. An mehreren Wochenenden trafen sich die Lehrgangsteilnehmer freitags und sonnabends mit den Gruppenführern Kevin Porada, David Leiffert, Dustin Grönke, Enrico Hahn und Peter Kaping um sich den geforderten Lehrstoff anzueignen.

14 Einsätze

Insgesamt 14 Mal mussten die Burgstaller Kameraden zu Einsätzen ausrücken. Die Einsatzszenarien waren weit gefächert und reichten von Tragehilfe und Suche nach vermisster Person über die Beseitigung von Sturmschäden und technische Hilfeleistungen nach Verkehrsunfällen. Besonders speziell war der Brand in einer Trafostation in Richtung Cröchern. „In Absprache mit dem herbeigerufenen Bereitschaftsdienst haben wir das Objekt heruntergekühlt und anschließend mit Schaum geflutet“, berichtete Enrico Hahn.

Mit einem Tag der offenen Tür feierten die Burgstaller Feuerwehrleute gemeinsam mit den Bürgern das 105-jährige Gründungsjubiläum ihrer Feuerwehr.

Ganz so alt sind die derzeit zur Verfügung stehenden Fahrzeuge noch nicht. „Das Löschgruppenfahrzeug bringt es aber bereits auf 27 Jahre und unser Tanklöscfahrzeug hat auch schon 19 Jahre auf dem Buckel“, mahnte der Wehrleiter in Anbetracht der wachsenden Aufgaben eine Verjüngung an. Hahn deutet damit auch mögliche Einsätze auf der Autobahn A14 an, die in einigen Jahren unmittelbar an Burgstall vorbeiführt.

Wehr 105 Jahre alt

Mit der modifizierten Ausrückeordnung wird die Burgstaller Wehr immer gemeinsam mit der Sandbeiendorfer Wehr alarmiert. Deshalb gab es im vergangenen Jahr zwei gemeinsame Ausbildungen.

Auch für ein lebendiges Dorfleben engagieren sich die Bugstaller Kameraden. So unterstützen sie Veranstaltungen wie das Neujahrsfeuer, das Oktoberfeuer oder das Aufrichten des Maibaumes gemeinsam mit den Sandbeiendorfer Kameraden.

Hilfe bei Veranstaltungen

Zur Förderung der Kameradschaft gab es einen Orientierungsmarsch, der gemütlich an einem Lagerfeuer endete. Bürgermeister Carsten Miehe und die stellvertretende Verbandsgemeindebürgermeisterin Katja Sonntag bedankten sich in ihren Grußworten für die Einsatzbereitschaft der Feuerwehrleute und wünschten für das laufende Jahr möglichst wenig Einsätze.

Eine Belobigung gab es auf der Jahreshauptversammlung für Gerd Schellig. Er hatte im Dorf den Brand einer Mülltonne bemerkt, diesen geistesgegenwärtig abgelöscht und damit Schlimmeres verhindert.