Wolmirstedt l Wolmirstedt verfügt über eine Drehleiter, Barleben nicht. Zwar hätte die Barleber Feuerwehr am liebsten eine eigene, doch das gibt der Gemeindehaushalt derzeit nicht her. Außerdem fehlt eine geeignete Unterstellmöglichkeit. Also wollen beide Gemeinden eine Zweckvereinbarung abschließen, in der geregelt ist, dass die Wolmirstedter Drehleiter auch nach Barleben ausrückt. Der Wolmirstedter Stadtrat hat so einer Zweckvereinbarung zugestimmt.

Zusammenarbeit klappt gut

Im Alltag hat die Unterstützung der Feuerwehren untereinander bisher auch ohne Zweckvereinbarung funktioniert. Bei Sturmschäden oder Einsätzen an höheren Gebäuden sind die Wolmirstedter Kameraden stets mit ihrem Hubrettungsfahrzeug vorgefahren, so lautet der offizielle Name der Drehleiter. Nun soll die Verlässlichkeit auf Papier gebannt und mit den Namenszügen der Gemeindeoberhäupter manifestiert werden.

So eine Vereinbarung fordert auch der Landkreis Börde, damit die Gemeinde gewährleistet, dass Personen im Notfall auch aus großer Höhe gerettet werden können. Einen Rechtsanspruch auf den Einsatz der Wolmirstedter Drehleiter hat Barleben allerdings nicht. Wird die Drehleiter in Wolmirstedt im Brandfall oder für eine andere Hilfeleistung benötigt, bleibt sie vor Ort.

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Jährlicher Betrag fällig

Kostenlos bekommt Barleben die Drehleiter aus Wolmirstedt auch nicht. Barleben muss dafür einen jährlichen Festbetrag in Höhe von 1700 Euro bezahlen. Kommt die Zweckvereinbarung zwischen beiden Gemeinden zustande, gilt sie solange, bis Barleben eine eigene Drehleiter hat.

Einseitig ist die Hilfe allerdings nicht. Gibt es einen Unfall mit gefährlichen Stoffen, kann Wolmirstedt auf die Unterstützung von Barleben zählen. Der sogenannte Gerätewagen Logistik der Barleber Freiwilligen Feuerwehr verfügt über eine Ausrüstung, mit der die Kameraden bei einem Chemikalienunfall eine Notdekontamination vornehmen können, also eine erste Entgiftung.

Die entsprechende Zweckvereinbarung haben der damalige Barleber Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff und Wolmirstedts damaliger Bürgermeister Martin Stichnoth bereits im September 2017 geschlossen. Diese Zweckvereinbarung gilt bis zum 31. Dezember 2021.

Ehrenbeamte ernannt

Martin Stichnoth ist seit heute, 7. September, Landrat des Bördekreises. Auf seiner letzten Stadtratssitzung als Bürgermeister ernannte er zwei Kameraden der Wolmirstedter Feuerwehr zu Ehrenbeamten. Der Glindenberger Ortswehrleiter Andy Opitz und Wolmirstedts stellvertretender Ortswehrleiter Ulrich Hillmann wurden für die Dauer ihrer Funktion ins Ehrenbeamtenverhältnis berufen. Diese Stellung gebührt allen Ortswehrleitern sowie deren Stellvertetern.

Andy Opitz wurde bereits am 10. Februar erneut von den aktiven Glindenberger Kameraden gewählt, Ulrich Hillmann wurde am 24. Februar das Vertrauen der Wolmirstedter Feuerwehr ausgesprochen. Nach den Wahlen in den Ortsfeuerwehren mussten bürokratische Instanzen durchlaufen werden, außerdem musste der Stadtrat zustimmen. Der Ernennung von Andy Opitz und Ulrich Hillmann zu Ehrenbeamten stimmten alle anwesenden Fraktionsmitglieder zu.