Wolmirstedt l Die Flammen schlugen hoch, die Rauchschwaden waren bis in die umliegenden Gemeinden sichtbar, in der Luft lag der beißende Geruch brennenden Plastiks, Schaulustige hatten sich auf den Straßen versammelt. In einer der Betonboxen des Recyclinghofs Farsleben waren 20 bis 30 Kubikmeter Abfall in Brand geraten. Als Ursache wird Selbstentzündung vermutet. Die gilt aufgrund der langanhaltenden hochsommerlichen Temperaturen als sehr wahrscheinlich. Diese Auffassung teilt auch die Polizei. Dennoch untersuchten Kriminaltechniker den Brandort.

Rauch weithin sichtbar

Die Feuerwehr wurde Dienstagabend um 21.54 Uhr alarmiert und war kurze Zeit später vor Ort. Für die Kameraden geriet die Löschwasserversorgung zu einer großen Herausforderung. Das Wasser des Löschteichs stand ihnen nicht sofort zur Verfügung. Der Löschteich befindet sich auf dem Betriebsgelände und ist unter der Wasseroberfläche mit einem Rohr ausgestattet, an das die Feuerwehr ihr Saugrohr anschließen kann. Doch - Schrecksekunde - das  Anschließen hat nicht sofort funktioniert. Deshalb wurden die Flammen zuerst mit dem Wasser aus dem Tanklöschfahrzeug bekämpft.

Derweil zapften die Kameraden den Teich mit einer eigenen Saugleitung an. Die Löscharbeiten verzögerten sich dadurch insgesamt nicht. Der Brandherd war jedoch so groß, dass es schien, das Wasser aus Tanklöschfahrzeug und Löschteich würde nicht ausreichen.

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Selbstentzündung als Ursache

Also kam der Schlauchwagen der Glindenberger Ortswehr zum Einsatz. Auf dem ist ein 1000 Meter langer Schlauch aufgewickelt, der immer dann abgerollt wird, wenn Wasserversorgung und Brandherd weit auseinanderliegen. Die Strecke zwischen dem Hydranten an der Farsleber Straße in Neu-Mose und der Recyclinganlage in der Schienenstraße beträgt etwa 700 Meter.

Der Schlauchwagen rückte Meter für Meter auf der Straße vor, die Kameraden achteten sorgfältig darauf, die Schläuche sachgemäß auf dem Asphalt abzulegen. Als sie das Tanklöschfahrzeug am Brandherd erreichten, hatten Kameraden auf dessen Dach bereits ein Spritze montiert. Die ähnelte einer Rakete und spie - nachdem die Verbindung gesteckt war - im dicken Strahl Wasser in den qualmenden Schlund der Betonbox.

Probleme mit Löschwasser

Die Betonbox besteht aus einer meterhohen Mauer und ist zusammen mit anderen Boxen rundum direkt an die Halle des Recyclinghofes gebaut. Der Brand griff jedoch nicht auf die Halle über, lediglich die Wand ist vom Ruß geschwärzt. „Davon abgesehen ist kein materieller Schaden entstanden“, sagt Norman Mattke, Geschäftsführer des Farsleber Recyclinghofes. In der Box habe sich, sagt er, Abfall von Baustellen befunden. „Alles, was dort anfällt, von der Tüte bis zum Ziegel.“

Das Brandmaterial wurde am Mittwochmorgen von Brandgutachtern untersucht, später wird es der Müllverbrennungsanlage in Rothensee zugeführt. Die gesamte Wolmirstedter Stadtwehr kämpfte gegen die Flammen. Um wirklich ausreichend Wasser vorzuhalten, wurden zudem noch das Tanklöschfahrzeug und das Hubrettungsfahrzeug der Zielitzer Werkfeuerwehr nachgefordert. Insgesamt waren 68 Kameraden im Einsatz und 14 Fahrzeuge vor Ort.

Einige Kameraden trugen Atemschutzgeräte. „Damit haben sich diejenigen geschützt, die mit Schaum und Wasser nah an den Brandherd herangehen“, erklärt Einsatz- und Stadtwehrleiter Michael Langrock.

68 Kameraden im Einsatz

Gut eine Stunde nach der Alarmierung, um 22.50 Uhr, war das Feuer unter Kontrolle, um Mitternacht gänzlich gelöscht. Für den Einsatz wurden 250 Liter Schaummittel und etwa 75.000 Liter Löschwasser verwendet. „Die Feuerwehr war umgehend vor Ort und hat sehr professionell gearbeitet“, fasst Recycling-Hof-Geschäftsführer Norman Mattke zusammen, „ich habe mich schon bei allen Ortswehren bedankt.“