Elbeu l Die Rauchwolke war gigantisch, stieg südlich des Mittellandkanals über dem brennenden Mischabfall auf und zog gen Westen in die Niedere Börde. Über 60 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen, setzten am Ende Schaum ein, um den Brand zu ersticken. Den Abfall kontrolliert niederbrennen zu lassen, war keine Option. „Wir müssen die Rauchentwicklung so gering wie möglich halten, um die Bevölkerung zu schützen", sagt Einsatzleiter Marco Reinhardt. Die Bürger wurden von der Polizei trotzdem gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Annahmestelle für Kleinanlieferer wurde unmittelbar nach Ausbruch des Feuers geschlossen.

Solveig Dittmer ist für die Elbeuer Deponie zuständig und kann noch nicht sagen, wie hoch der Schaden geschätzt wird. Die Polizei vermutet, dass sich der Abfall womöglich selbst entzündet hat. Die Kriminalpolizei wird ab heute intensiv nach der Brandursache suchen und kann erst dann genauere Angaben machen.

Für die Feuerwehr gestaltete sich die Löschwasserversorgung zunächst schwierig. Zwar befindet in unmittelbarer Nähe des Brandherdes ein Löschteich, als die Feuerwehren dort Wasser ziehen wollten, verstopften jedoch die Saugrohre. Ein Hindernis, das wohl vermeidbar gewesen wäre, denn die Feuerwehr hat auf dieses Problem schon vor längerer Zeit aufmerksam gemacht. Es war bei einer Übung bereits aufgetreten und sollte schon lange behoben worden sein. Warum von seiten des Kommunalservice nicht reagiert wurde, war gestern nicht zu erfahren.

Löschwasser aus dem Mittellandkanal

Aufgrund der unzureichenden Löschwasserversorgung aus dem Teich  mussten die Feuerwehrleute eine etwa 250 Meter lange Leitung zum nahegelegenen Mittellandkanal legen und das Löschwasser von dort pumpen.

Neben den Ortsfeuerwehren Wolmirstedt, Glindenberg, Farsleben und Mose war auch die Zielitzer Werkfeuerwehr vor Ort. Sie stellte ihren Monitor zur Verfügung, eine Art unbemannte Hebebühne. Damit wurde ein Schlauch über die Brandstelle geführt, sodass auch von oben gelöscht werden konnte. Diese Art zu löschen wäre auch mit der Wolmirstedter Drehleiter möglich gewesen, doch befindet sich gerade zu einer Durchsicht.

Die Kameraden, die den Abfall direkt an der Brandstelle löschten, trugen Atemschutzgeräte. Das war wegen der starken Rauchentwicklung nötig, aber auch um die Kameraden vor eventuellen gefährlichen Stoffen zu schützen. „Im Restmüll kann alles drin sein", macht Einsatzleiter Marco Reinhardt deutlich.

Wegen der Gefahr, die von möglichen brennbaren Schadstoffen ausgeht, waren zwei ABC-Erkundungskraftwagen aus Meitzendorf und Klein Rodensleben im Einsatz. Mit Hilfe der Technik wurde die Schadstoffbelastung in der Luft in Meitzendorf und der Niederen Börde gemessen.

Die Polizei sperrte das Betriebsgelände weiträumig ab. Personen wurden nicht verletzt, trotzdem waren vorsorglich Krankenwagen vor Ort. Nachdem der Brand im Wesentlichen gelöscht war, zog die Feuerwehr die Überreste auseinander um auch Glutnester zu entdecken. Die Löscharbeiten dauerten bis in den Abend.