Wolmirstedt l Der heilige Florian ist der Schutzpatron der Feuerwehrleute, Florianstag ist der 4. Mai. Aus diesem Anlass kommen die Kameraden der Wolmirstedter Stadtfeuerwehr einmal im Jahr zusammen, am Sonntag war es das vierte Mal. Diese Feierstunde ist speziell der Arbeit der Kameraden und Kameradinnen gewidmet, dient dazu, deren ehrenamtlichen Einsatz zu würdigen.

„Ich kenne in Sachsen-Anhalt keine weitere Feuerwehr, die diesen Florianstag begeht“, sagt Innenminister Holger Stahlknecht (CDU), der zur Feierstunde gekommen war. Er dankte den Kameradinnen und Kameraden für ihren unermüdlichen Einsatz und hob hervor, dass Feuerwehrleute genau das leben, was in der Gesellschaft so dringend notwendig ist: das Wir-Gefühl.

Zusammenhalt soll wachsen

Welche Kraft das Wir-Gefühl der Feuerwehrleute geben kann, hatte Bürgermeister Martin Stichnoth (CDU) in den ersten Tagen seiner Amtszeit erfahren, während des Juni-Hochwassers 2013. Damals hatte er die Unterstützung schätzen gelernt und die Erinnerung daran rührte ihn sichtlich. „Die Kameradschaft, die ihr mir damals habt zuteil werden lassen, war sehr beeindruckend.“

Bilder

Für Martin Stichnoth war es der letzte Florianstag, den er als Bürgermeister miterlebt hatte. Den einzelnen Ortswehren gab er mit auf den Weg, sie mögen dafür sorgen, dass der Zusammenhalt untereinander weiterhin wächst.

Unter dem Dach der Wolmirstedter Stadtwehr sind die Ortswehren Wolmirstedt, Farsleben, Glindenberg und Mose vereint. Der Florianstag wird in jedem Jahr von einer anderen Feuerwehr ausgerichtet, im kommenden Jahr werden die Feuerwehrleute wieder in Farsleben zusammenkommen.

Urkunden für einige Kameraden

Die Feier zum Florianstag findet Anklang. „Wir können unseren Zusammenhalt präsentieren“, sagte Jens Eckhardt von der Farsleber Ortswehr, „außerdem bedeutet es eine große Anerkennung, dass der Innenminister und der Bürgermeister dabei sind.“ Thomas Nagel, Ortwehrleiter der Gastgeber-Ortswehr Mose, würdigte ebenfalls dieses Fest und bedankte sich zudem ausdrücklich für die Zusammenarbeit mit dem Noch-Bürgermeister Martin Stichnoth, der am 7. September das Amt des Landrates antreten wird.

Den Gottesdienst leitete Pfarrer Sven Lambert. In seiner Predigt verglich er die ehrenamtliche Tätigkeit der Feuerwehrleute mit einer biblischen Geschichte. „Was Sie antreibt ist vergleichbar mit dem, was Noah beim Bau seiner Arche angetrieben hat.“ Der stützte sich auf den Ruf Gottes, ließ sich nicht beirren. Analog müssten die Kameradinnen und Kameraden einander blind vertrauen, bei den Einsätzen ebenso unbeirrbar vorgehen, dürfen sich weder von Schaulustigen noch unpassenden Kommentaren Unbeteiligter abhalten lassen. Pfarrer Sven Lambert war sicher: „Auch Sie haben zu Hause Familien und Freunde, die Sie stützen.“

Stadtwehrleiter Michael Langrock nutzte den Florianstag, um einigen Kameraden Urkunden zu überreichen. Die bescheinigen den Abschluss des Grundlehrgangs Teil II. Den haben Falco Söchtig, Clemens Mayr, Michelle Maiwald, Pascal Hoffmeister, Jens Eckhardt und Julian Mick bestanden. „Nachwuchsgewinnung ist bei uns immer ein Thema“, sagte Langrock, „auch wenn der Mangel nicht ganz so schlimm ist, wie in anderen Wehren.“

Nach der Feierstunde hatte der Förderverein der Moser Ortsfeuerwehr zum Bufett geladen. Auch die Geselligkeit gehört zum Konzept des Florianstages. „Es ist schön, wenn alle zusammenkommen“, strahlen Kathrin Stempel und Jennifer Franke, „der Florianstag ist eine gute Gelegenheit, alle einmal wieder zu sehen.“