Wissenswertes zum Schäfertor

Das Schäfertor wird bereits im Jahr 1360 in der Klosterchronik von Groß Ammensleben erwähnt. In der heutigen Grundform präsentiert es sich seit 1525. Dazu gehört ein Zierschmuck aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als die Kunstform des Barock ihren Höhepunkt erreichte. Die beiden Stifterfiguren stellen den heiligen Bendikt und einen Ritter dar. Die Inschrift auf der Kartusche stammt vom Abt Beda Litze (im Amt 1780 bis 1795).

Groß Ammensleben l Seit fünf Jahren trägt sich die Kulturhistorische Gesellschaft Groß Ammensleben mit dem Gedanken. „Wir sind da tatsächlich seit etwa 2015 dran“, sagt Rüdiger Pfeiffer von der Gesellschaft. In einem langwierigen Prozess über die Leader-Aktionsgruppe Colbitz-Letzlinger wurde nunmehr eine Fördermittelzusage erreicht. Die verwendbare Summe beläuft sich inzwischen auf 18.500 Euro, da noch 4500 Euro an Spendengeldern dazu kommen. Dazu beigetragen hat ein Benefizkonzert mit Elisabeth und Michael Löderbusch sowie der Sopranistin Nadine Duwe. Auch der Lions-Club Wolmirstedt hat dem Verein eine Spende zukommen lassen. (Volksstimme berichtete).

„Es gibt Denkmalpflegeauflagen, die Tragfähigkeit der Brücke muss gewährleistet sein und die Gehwegplatten müssen aus rötlichem Sandstein bestehen“, sagt Pfeiffer. Letztendlich entscheiden das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) in Wanzleben und die Untere Denkmalschutzbehörde über den Startzeitpunkt für das Vorhaben. Rüdiger Pfeiffer ist da aber zuversichtlich. Das Projekt mit dem Namen „Sichtachsen-Gestaltung“ könne ganz sicher schon bald losgehen, zumal es unter den Top Ten der zu fördernden Vorhaben steht.

Neben technischen Zeichnungen und Gestaltungsvorschlägen müssen auch die Auflagen der Denkmalschutzbehörde umgesetzt werden. Ein Gutachten über den Zustand der Brücke über den Triftgraben sowie Vorgaben zur Materialverwendung und Gestaltung der Einfahrt des Tores gehören dazu. „Insbesondere im unteren Durchlassbereich des Brückenbauwerks sind dabei Schäden festgestellt worden, die als Auflage und aus statischen Gründen beseitigt werden müssen“, berichtet Rüdiger Pfeiffer. „Sie haben allerdings mit der Sichtachsen-Gestaltung an sich nichts zu tun.“

Bilder

Geh- und Radweg nach historischem Vorbild

Der Geh- und Fahrradweg werden nach historischem Vorbild angelegt. Das setzt die Verwendung der Sandsteinplatten voraus.

„Dankenswerterweise haben sich Kreisdenkmalpfleger Erhard Jahn und Bernd Hagenmeister bereit erklärt, das Projekt mit zu betreuen“, hebt Pfeiffer hervor. Die beiden waren schon vor Ort aktiv und haben Vermessungsarbeiten übernommen. Sobald das Geld vom ALFF freigegeben wird, kann es losgehen. „Nach der Umsetzung ist wieder ein Blick von Norden aus auf das Gelände der Klosterdomäne und die Klosterkirche möglich“, so Pfeiffer. „Dazu kommt ein barrierefreier Zuweg.“ Damit werde auch endlich der derzeit hier angebrachte Bretterverhau im Tor verschwinden. Die Groß Ammensleber waren schon in der Vergangenheit am Schäfertor tätig. Dabei wurden die Stifterfiguren und die Inschrift auf einer Kartusche saniert.