Ebendorf l Die Ankunft des Landrates wurde in Ebendorf mit Freude aufgenommen. Der Förderscheck, den er im Gepäck hatte, wird in Zukunft ein ganz besonderes Projekt ermöglichen. Dabei geht es um die Verschönerung einer Außenwand, die sich am Fußweg befindet, der zur Kita führt. Diese präsentiert sich bislang noch in reinem Weiß.

„Die Welt ist bunt. Das wollen wir zeigen“, sagt Sabine Unze. Auf Anregung des Kinderfördervereins Ebendorf und der Kita „Gänseblümchen“ entwickelte die Gemeinde-Sozialarbeiterin ein Konzept zur Gestaltung der Mauer entlang des Fußweges vor der Kindereinrichtung.

Im Rahmen der jährlichen Projektwochen in der Kita werden sich die ältesten Kinder mit den Themen Demokratie, Zukunftswünsche und Miteinander beschäftigen. Ihre Gedanken dazu dürfen sie später auf einem Abschnitt der etwa 60 Meter langen Mauer in bunten Bildern darstellen. Bei der Wandmalerei werden sie von erfahrenen Hobbysprayern unterstützt. „Die Kinder können sich vor ihrem Wechsel vom Kindergarten in die Schule praktisch an der Wand verewigen, sozusagen als Andenken an die Kindergartenzeit“, erklärt die Gemeindesozialarbeiterin das Projekt „Bunte Kita-Wand Ebendorf“. Jedes Jahr kommt ein neuer Abschnitt hinzu. Bis die triste Wand eine große bunte Kinderwelt ist.

Projektförderung durch Fachstelle

Das Projekt wird von der Externen Koordinierungs- und Fachstelle „Partnerschaft für Demokratie und Leben“ des Landkreis Börde finanziell unterstützt. Landrat Martin Stichnoth ließ es sich nicht nehmen, persönlich den symbolischen Scheck über 1800 Euro an Christin Krumsieg vom Kinderförderverein Ebendorf, Kita-Leiter Sören Datow und Gemeindesozialarbeiterin Sabine Unze zu übergeben.

Im Namen des Kinderfördervereins und der Kita sowie aller Kinder bedankte sich Sabine Unze bei der Familie Müller aus Ebendorf, die als Grundstückseigentümer ihre Mauer ohne zu zögern für das Projekt zur Verfügung gestellt hat. „Das ist nicht selbstverständlich und die Familie zeigt damit ein großes Herz für die Kinder“, befand auch Landrat Martin Stichnoth.

Außerdem habe die ganze Sache den Vorteil, dass sich nicht etwa irgendwelche Schmierfinken an der weißen Mauer vergreifen, befindet die Gemeinde-Sozialarbeiterin. „Der Kinderförderverein ist im Frühjahr mit der Idee an mich herangetreten. Daraufhin habe ich das Konzept erstellt“, sagt sie. „Dabei muss man sich nur noch einmal als Kind fühlen und dann weiß man auch, was in das Konzept hinein gehört“, sagt sie und schmunzelt dabei.

Der weitere Ablauf wurde durch Corona etwas ausgebremst. „Nach der Einreichung wurde der Antrag dann aber relativ schnell positiv beschieden“, sagt die Gemeinde-Sozialarbeiterin. „Das hat uns natürlich alle sehr gefreut.“ Die Entscheidung, mit den Kindern der jeweiligen großen Gruppe die Wand zu verschönern, hat auch einen triftigen Grund. „In dem Alter können sich Kinder dann schon einmal mit Grundzügen der Demokratie beschäftigen“, bringt Sabine Unze vor. „Außerdem ist es eine schöne Sache, wenn sie einmal sagen können: das war ich – ich war hier.“ Die Graffitis stellen so etwas wie einen Meilenstein im Leben der dann künftigen Abc-Schützen dar. „Darauf werden sie später mit einem gewissen Stolz zurückblicken“, ist sich die erfahrene Sozialarbeiterin sicher.