Gutenswegen l Die Gutensweger Kirche ist ein einzigartiges Kleinod, darüber sind sich die Einwohner des Ortes und die Mitglieder des Fördervereins einig. Das Kirchenschiff ist nämlich seitlich versetzt an den Turm, welcher vermutlich aus dem Jahr 1170 stammt.

Das Schiff selber ist aus einer einstigen Ruine in den heutigen Stand versetzt worden. „Den Anstoß für die nach und nach erfolgte Sanierung hat einst Pfarrer Christoph Hellmich gegeben und dazu war ein großes Stück Überzeugungsarbeit notwendig“, sagt der Schriftführer des Vereins, Jürgen Kanstorf. Er gehört ebenso zum neuen Vorstand wie der Vorsitzende Dr. Peter Vorwerk, Antje Thomas und Ortsbürgermeister Lothar Chelvier.

„Noch 1994 präsentierte sich das Schiff als eine Ruine ohne Dach“, erzählt Kanstorf weiter. Dazu zeigt er eine Aufnahme, die einst vom Turm aus gemacht hat. Darauf ist die damalige Situation deutlich zu erkennen. „Nachdem das Pfarrhaus verkauft war, wurde der Erlös in ein neues Dach und die Fassadensanierung gesteckt“, berichtet der Schriftführer weiter. „Wir haben als Gemeindekirchenratsmitglieder seinerzeit eine Straßensammlung abgehalten und eine Summe von 11 000 Euro zusammenbekommen, die in die Anschaffung neuer Fenster geflossen ist.“

Förderverein 2003 gegründet

Jürgen Kanstorf weiß das sehr genau, weil er quasi von Anfang an mit dabei war und sich ebenfalls für die Sanierung der Kirche eingesetzt hat. „Im Jahr 2003 haben wir den jetzigen Förderverein gegründet und die Bilanz der Arbeit kann sich sehen lassen“, sagt er. Unterstützung bekommt der Förderverein oft vom Heimatverein und freiwilligen Helfern, die gemeinsam mit anpacken.

So wurde inzwischen auch der Fußboden erneuert, dabei konnten die Gutensweger teilweise auf die alten Platten zurückgreifen. Es gibt sogar seit 2018 eine Toilette und eine Teeküche im Turm. „Vorher mussten wir alles mühsam in die Kirche tragen, wenn es hier Veranstaltungen gab“, erinnert sich der Gutensweger. „Jetzt haben wir eine Grundlage geschaffen, um St. Katharina in eine echte Kulturkirche zu verwandeln.“

Das ist auch das Ziel des Fördervereins. Im Jahr 2019 wurden in dem einzigartigen Gotteshaus nur zwei Events abgehalten, das soll sich in der Zukunft ändern. „Unser Verein hat derzeit 17 Mitglieder“, sagt der Schriftführer. „Wir möchten mehr Menschen für unser Anliegen begeistern. Neue Mitglieder sind uns sehr willkommen, zumal wir einen sehr moderaten Beitrag haben.“ In der Zukunft steht zudem die Sanierung der erhalten gebliebenen Holz-Empore im Gotteshaus an.