Rogätz l Da sind zum einen die großen Lücken auf den Grabfeldern, zum Beispiel im sogenannten „Millionenviertel“ rund um die 1906 erbaute und zwischen 1988 und 1990 sanierte Friedhofshalle. Und da ist der 1921 angelegte Ehrenhain für Gefallene des Ersten Weltkrieges, dessen umlaufende Hecke die angrenzenden Grabmale bedrängt und umzustürzen droht. Sie beschneiden oder in Gänze entfernen? Darüber debattierten die Ratsmitglieder Anfang Oktober 2018.

Der Rat befand, dass eine neue Eibenhecke angepflanzt werde. Noch aber ist die alte Hecke nicht entfernt und der 1. März verstrichen. Nur bis zu diesem Stichtag dürfen Gehölze gerodet werden. Später ist das aufgrund des Vogelschutzes nicht mehr möglich. Für die Neuanpflanzung sollen Gelder der Kriegsgräberfürsorge verwendet werden, die der Gemeinde regelmäßig zufließen.

Besuchertoilette muss erneuert werden

Nun steht die nächste Entscheidung über eine neue Besuchertoilette an. Das Thema kam auf der jüngsten Ratssitzung zur Sprache. Der Zustand der alten Toilette sei katastrophal. Abhilfe müsse her und Vorschläge seien gefragt, wie die neue Toilette aussehen, vor allem aber was sie kosten solle. Überhaupt sei ein neues Gestaltungskonzept für den Friedhof nötig, mahnen die beiden Gärtner im Gemeinderat, Thomas Rieckhoff und Gerhard Förster, schon seit längerem. Neue Ideen seien nötig, um die alten Denkmale und Grabstätten mit den neuen Formen der Bestattung zu vereinen. Wie der Friedhof künftig aussehen solle, müsse jetzt festgelegt werden.

„Dieser wurde übrigens 1769 – vor genau 250 Jahren – angelegt, weil der alte Friedhof an der Kirche völlig überfüllt war und dort kaum noch Verstorbene beigesetzt werden konnten. Die damaligen Rittergutsbesitzer von Alvensleben gaben dafür ein Stück ihres Gutsackers an der Straße nach Loitsche her“, weiß Margitta Häusler. Die Vorsitzende der Rogätzer Heimat-und Kulturfreunde ist mit der Geschichte des Elbedorfes bestens vertraut. Bis 1946 habe der Friedhof dem jeweiligen Rittergutsbesitzer gehört. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg sei der Friedhof in den Besitz der Gemeinde übergegangen.

„Bis heute findet man dort über 200 Jahre alte Grabmale wie das von Justiz-Amtmann Stambke. An die Toten des Zweiten Weltkriegs erinnern ein Gedenkstein und mehrere Gräber von 1945 in Rogätz gefallenen Soldaten“, erklärt Margitta Häusler. Im Juli 2017 ist in Erinnerung an den Lebensretter und ehemaligen Lehrer Werner Moritz dessen Grabstein im Eingangsbereich neu aufgestellt worden. Er hatte zwölf Kinder aus dem brennenden Unglückszug in Langenweddingen geborgen und war am 7. Juli 1967 an den Folgen seiner schweren Verbrennungen gestorben.