Wolmirstedt l Er hat unzählige Wolmirstedter in die Geheimnisse des Fußballs eingeweiht. Jahrelang hat er selbst für das schwarz-weiße Leder getreten, in 11er-Formation sein halbes Leben verbracht. Am 29. Dezember 2018 ist Hans Meyer, Fußballer mit Leib und Seele, 80 Jahre alt geworden.

Hans Meyer ist mit dem Fußball seit Kindheit an verbunden. Mit sechs Jahren kickte er das erste Mal – dann hatte ihn das Fieber gepackt, das ihn Zeit seines Lebens nicht mehr loswerden sollte. Wenn man die Wolmirstedter fragt, wer Hans Meyer ist, verbinden ihn alle sofort mit dem Sport. Viele kennen ihn eher unter dem Spitznamen „Kakel“. „Weil ich als Kind immer so viel erzählt, gekakelt habe“, erklärt er.

Echter Allrounder im Fußball

Hans Meyer hat Kindermannschaften trainiert, stand aber auch selbst gerne auf dem Platz und galt als echter Allrounder in seinem Lieblingssport. Er spielte in Außenpositionen oder als Libero. Seine Erfolge in der Nachwuchsarbeit sind legendär. Dafür wurde er mehrfach ausgezeichnet. In einem Hobbyraum im Keller hängt eine Auszeichnung an der anderen, Pokale türmen sich.

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Sogar eine Ausstellung wurde ihm vor drei Jahren gewidmet. Als sich das Museum das Thema „Der Sport in Wolmirstedt – Eine Kulturgeschichte“ auf das Programm geschrieben hatte, durfte „Kakel“ natürlich nicht fehlen. Mit einer Plastikwanne voller Pokale rückte er auf der Schlossdomäne an. „Ich war so gerührt bei der Ausstellungseröffnung“, erinnert er sich.

Goldener Ehrentaler der Stadt

Doch nicht nur goldene Pokale, auch der goldene Ehrentaler der Stadt liegt unter seinen Schätzen. Den bekam er 2015 vom damaligen Bürgermeister Martin Stichnoth, heute Landrat der Börde, verliehen. „Er war eine Institution, wenn es um das runde Leder ging. Er war und ist Fußball“, sagte Martin Stichnoth damals bei der Laudatio.

In all den Jahren spielte an seiner Seite immer eine mit: Frau Irmgard. Auch ihr Ehe- und Familienleben drehte sich immer um den Sport. „Ich habe immer gesehen, dass alles, was er anfasst, erfolgreich wird“, sagt sie heute. Sie begleitete ihn zu Turnieren, brachte Einweckgläser mit Kartoffelsalat mit, wusch die Spielkleidung und hängte sie im ganzen Haus auf und wenn gar nichts mehr ging, übernahm sie auch das Training.

Und sie war es auch, die die Hand ihres Mannes hielt, als die Gesundheit strauchelte. In den 90er Jahren setzte ihn ein leichter Schlaganfall außer Gefecht. Zehn Jahre später erhielt er die Schockdiagnose Krebs – und überwand die Krankheit zwei Mal. „Solange es noch geht, geht es weiter“, sagt er.

Das Kribbeln in den Beinen hört nie auf

Sein größtes Hobby ist und bleibt der Sport. Er schaut sich Spiele an – im Fernsehen und live. „Dann krabbelt es manchmal immer noch in den Beinen. Das wird wohl nicht aufhören“, sagt er und lächelt.

Gefeiert hat der ehemalige Fußballer im Katharinensaal mit Familie, Freunden und Wegbegleitern. Wenn er an die Feier denkt, ist er den Tränen nah. „Es waren viele Sportlerfreunde da, die rührende Worte gefunden haben“, sagt er.

Treffende Worte fand SV-Kali-Vereinsvorsitzender Martin Westphal: „Wenn das Leben ein Fußballspiel ist, dann hast du die 80. Spielminute begonnen.“ Jeder Fußballer wisse ja, dass das Spiel noch in der letzten Sekunde entschieden werden kann und dass das Spiel immer in die Verlängerung gehe.