Wolmirstedt l Auf dem Wolmirstedter Friedhof wurde gerade die zehnte Urnengemeinschaftsanlage errichtet. Zu jeder dieser Anlagen gehören 60 Plätze, in jeder Grabstelle kann eine Urne beigesetzt werden. Diese Grabstellen werden der Reihe nach belegt. Das stößt bei manchen Bürgern auf Verwunderung, weil während der Anfangszeit dieser Urnengemeinschaftsanlagen etwas anders geduldet wurde. Da haben manche Bürger die Grabstelle neben einem nahen Angehörigen gleich mitbezahlt und somit für die nächsten 20 Jahre fest reserviert. Das ist nun nicht mehr möglich.

Diese Art Reservierung war zwar schon in der damaligen Friedhofssatzung nicht vorgesehen, doch nun werden Grabstellen konsequent der Reihe nach vergeben. Diese Urnengemeinschaftsanlagen werden auf lange Sicht nach dem Rotationsprinzip belegt. Ist ein Feld nach einem Zeitraum von 20 Jahren wieder frei, werden dort erneut Urnen beerdigt. Würden Grabstellen zwischendrin freigehalten, ließe sich das Rotationsprinzip nicht umsetzen. Schließlich ist nicht klar, wann die reservierte Grabstätte benötigt wird.

Diese stringente Regelung gilt jedoch nur für die Urnengemeinschaftsanlagen. Möchten Angehörige nebeneinander beerdigt werden, können sie ein Urnenwahlgrab kaufen. Das bietet Platz für entweder zwei oder für vier Urnen. Dort kann die Familie auch einen Gedenkstein errichten. Diese Unterteilungen gelten in ähnlicher Form auch für Erdbestattungen.

Weniger Erdbestattungen

Die sind jedoch rückläufig, immer weniger Verstorbene werden nach alter Tradition in einem Sarg beigesetzt. In Wolmirstedt sind vor allem die Urnengemeinschaftsanlage und die Urnenwahlgräber nachgefragt, zunehmend auch anonyme Bestattungen.

Die Beisetzung auf der anonymen Grabanlage erfolgt ohne die Angehörigen, ihnen wird die genaue Lage der Urne nicht mitgeteilt.

Da immer mehr Verstorbene in Urnengräbern oder anonym beigesetzt werden, wird auf den Friedhöfen nicht mehr so viel Platz benötigt wie zu Zeiten, als die Erdbestattung noch gang und gäbe war. Deshalb wird in der Stadt ein Konzept erarbeitet, in dem geschrieben steht, wie mit den übrigbleibenden Friedhofsflächen verfahren wird. Dabei wird auch eine Rolle spielen, wer für die Pflege dieser dann ehemaligen Friedhofsflächen verantwortlich sein wird und wer dafür bezahlt. Für die Friedhofsflächen sind die Gebühren in einer Satzung geregelt.