Wolmirstedt l Eine gute allgemeine Bildung ist eine wichtige Voraussetzung für eine berufliche Ausbildung und für Erfolg im Erwerbsleben. Zur Vorbereitung auf das Berufsleben benötigen Schüler auch die Unterstützung der Schule. Dies hat sich die Leibniz-Gemeinschaftsschule in Wolmirstedt auf ihre Fahnen geschrieben und ihr Engagement durch ein Siegel bestätigen lassen – das Berufswahl-Siegel.

Dabei handelt es sich um eine Initiative der Wirtschafts- und Sozialpartner des Landes Sachsen-Anhalt, die durch die Qualifizierungsförderwerk Chemie GmbH als Projektträgerin koordiniert wird. Die Auszeichnung wurde im Jahr 2006 eingeführt. Das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration sowie das Bildungsministerium unterstützen das Projekt.

Schüler werden genau befragt

Laut Schulleiter Ingolf Berg hält seine Schule umfangreiche Berufsvorbereitungsangebote für die Schüler parat. Los gehe es bereits in der 7. Klasse. Die Mädchen und Jungen müssten zunächst Kurzvorträge über die Berufe ihrer Eltern halten. Über das Landesberufsorientierungsprogramm „Brafo“ können dann die Schüler ihre berufsbezogenen Interessen erforschen, sich in unterschiedlichen beruflichen Tätigkeiten erproben und dabei ihre Stärken und Talente kennenlernen. Außerdem werde ein Tag der Berufe veranstaltet sowie ein Zukunftstag.

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Die Berufsvorbereitung setzte sich in den folgenden Klassenstufen beispielsweise mit einem Berufsorientierungsprogramm fort. Außerdem gebe es Elternabende sowie Besuche im Berufsinformationszentrum. Außerdem müssen die Schüler unter anderem ein Praktikum bewältigen, Bewerbungsmappen erstellen, Unternehmen besichtigen und ein Bewerbungstraining absolvieren. Auf mittlerweile 50 Kooperationspartner aus Wirtschaft und Verwaltung könne die Schule mittlerweile zurückgreifen.

Für das Engagement gab es vor drei Jahren das Siegel, dass Außenstehende darauf verweisen soll, dass hier die Schüler auf besondere Weise auf ihr Berufsleben vorbereitet werden. „Nun ist die Zeit rum. Wir mussten jetzt die Rezertifizierung beantragen, weil das erste Siegel sozusagen seine Gültigkeit verliert“, führt der Schulleiter aus.

Der Antrag der Schule sei jüngst gestellt sowie jegliche Details der vergangenen Jahre dokumentiert worden. Denn die Rezertifizierung sei kein Kinderspiel. „Die Regularien sind äußerst streng. Vor sechs Jahren haben wir erstmals einen Antrag auf Zertifizierung gestellt und sind durchgefallen“, erinnert sich Ingolf Berg. So steht Schülern wie Lehrern eine aufregende Zeit bevor. Denn es wird nicht nur eine Kommission für mehrere Tage erwartet, deren Mitglieder etwa Punkte auf einer Liste abarbeiten. Laut Schulleiter müssen die Nachweise auch während verschiedener Kolloquien erbracht werden. „Die Rezertifizierung setzt sich aus mehreren Puzzleteilen zusammen. Es werden die Schüler peinlich genau befragt und weniger die Lehrer.“

Das Siegel ist für die Außendarstellung der Schule wichtig, erklärt Berg weiter. Und das kommt bei Schülern wie Eltern offenbar gleichermaßen gut an. Während des Tages der offenen Tür am vergangenen Freitagabend hält der Direktor einen Vortrag über das Berufswahl-Siegel. Der Raum ist bis auf den letzten Platz gefüllt – mit Müttern und Vätern, die ihre Kinder vielleicht an die Gemeinschaftsschule schicken wollen. Anschließend steht Ingolf Berg für die Fragen der Eltern zur Verfügung.

Im Physikraum ist zum Tag der offenen Tür viel los. Yvonne und Daniel Ilgenstein sind mit ihren zehnjährigen Sohn Pepe vorbeigekommen und wollen sich über die Angebote der Bildungseinrichtung informieren. Im Moment stehen die Drei vor einer Influenzmaschine. Pepe dreht fleißig die runde Scheibe, bis es wegen der elektrischen Ladungen knattert und blitzt. „Unser Sohn will ab dem Sommer hier zur Schule gehen. Bis jetzt lässt sich alles gut an, auch nach dem Gespräch mit dem Schulleiter“, sagt der Vater.

Auch im Werkraum geht es rund. Hier können sich Mädchen und Jungen an Laubsägearbeiten ausprobieren. Während Sam Hunold dem zehnjährigen Claas die Handhabung erklärt, erzählt Vater Michael Kern, warum die Schule für seinen Sohn infrage kommen könnte: „Ich finde das Siegel sehr gut. Hier werden die Schüler relativ früh auf den späteren Berufsweg vorbereitet.“

Berufsvorbereitung in der Näg-AG

Das werden interessierte Schüler auch in der Näh-AG. Unter der Leitung von Lehrerin Antje Plock sitzen Mädchen und sogar Jungen hinter den Maschinen und nähen, was das Zeug hält. Heraus kommen am Ende Utensilien wie kleine Kissen oder Handy-Taschen. Diese werden während des Tages der offenen Tür oder zu anderen Gelegenheiten verkauft. „Damit werden neue Stoffe besorgt“, erklärt die elfjährige Greta Jahnel. Sie ist eine von 240 Schülern der Leibnitz-Schule und verbringt ihre Freizeit gern in der Näh-AG, wie sie verrät.

Das Berufswahl-Siegel ist in Sachsen-Anhalt ein landesweites Projekt. Sekundarschulen, Förderschulen, Gemeinschaftsschulen, Gesamtschulen sowie Gymnasien sind in das Verfahren einbezogen. Die Geltungsdauer für das Siegel beträgt drei Jahre. Danach kann sich jede zertifizierte Schule für eine Rezertifizierung bewerben. Nach erfolgreicher Rezertifizierung gilt das Siegel weitere sechs Jahre.