Wolmirstedt l „Wolmirstedt ist eine schöne Stadt“, zeigt sich Claudia Schröder überzeugt. Die Mitarbeiterin der Wolmirstedter Wohnungsbaugesellschaft (WWG) wohnt zwar woanders, schätzt die kleine Stadt in der Börde jedoch sehr. „Hier gibt es alles: Schulen, Kitas, gute Verkehrsanbindungen...“ Und weil sie Wolmirstedt als lebenswerte Stadt erlebt, hat sie sich der Interessengemeinschaft Innenstadt angeschlossen, möchte den örtlichen Handel unterstützen. „Wolmirstedts Innenstadt darf nicht veröden.“

Manchmal wirkt es so: Außerhalb der Markttage sind oft nur wenige Menschen in der Fußgängerzone zu sehen, die großen Käuferströme ziehen zum Lindenpark oder in die Landeshauptstadt. Dennoch gibt es auch in Wolmirstedt Geschäfte und Dienstleister, die ihre Leistungen quasi vor der Haustür anbieten. Frisöre, Versicherungen, Physiotherapien, Gaststätten und Einzelhandelsgeschäfte agieren nebeneinander auf relativ kleinem Raum. Zu Fuß und per Fahrrad sind alle erreichbar. Einige haben sich in der Interessengemeinschaft Innenstadt zusammengeschlossen und werben fortan mit dem Slogan „Wolmirstedt denkt um“.

Gezielte Aktionen für besseren Handel

Sie setzen darauf, dass die Bürger auf Nachhaltigkeit achten, darauf, dass Waren unter fairen Bedingungen produziert werden. Mit gezielten Aktionen wollen sie auf dieses Thema und natürlich auf ihre Geschäfte lenken. Es gibt Brillenfassungen, die biologisch abbaubar sind, eine Anleitung zum Fahrradschlauchflicken, Naturkosmetik, eine Umweltprämie für wiederverkaufbare Jeans, faire Mode und torffreie Gartenfasern. Außerdem bringen die mitmachenden Geschäfte Stoffbeutel in Umlauf, setzen ein Zeichen gegen Plastikmüll und wollen mit dem aufgedruckten Logo Wolmirstedts Innenstadt mehr ins Bewusstsein rücken.

In dieselbe Richtung geht die sogenannte Refill-Aktion. Das bedeutet, dass mitgebrachte Trinkgefäße in den Geschäften mit Leitungswaser aufgefüllt werden. Diese Aktion ist 2017 in Hamburg gestartet und längst zu einer deutschlandweiten Bewegung geworden.

Neue Marktsatzung für Wochenmarkt

Über ihre Umdenk-Aktion wollen die Mitglieder der Interessengemeinschaft Innenstadt beim Fest der Nachbarn näher und persönlich informieren. Das Fest wird am Freitag auf dem Zentralen Platz gefeiert.

An diesem Tag findet außerdem der Wochenmarkt statt, der jeden Mittwoch und Freitag Menschen aus der Stadt und der Umgebung anlockt. Für diesen Wochenmarkt wurde eine neue Marktsatzung erarbeitet. Die verkürzt die Marktzeiten um eine Stunde und verbietet, dass Fahrzeuge, die über 2,8 Tonnen wiegen, auf dem Markt abgestellt werden. Das gilt allerdings nicht für speziell ausgebaute Verkaufsfahrzeuge.

Nicht alle Händler finden Gefallen

Damit soll erreicht werden, dass Lieferfahrzeuge nicht den ganzen Tag auf dem Markt stehen und die Wege versperren. Die geänderten Marktzeiten sollen verbindlich für alle Wochenmarkthändler gelten, ein Rangieren von eher abreisenden Händlern während der Marktzeit soll unterbunden werden.

Die Zeitvorgabe gefällt nicht allen Markthändlern gleichermaßen, manche möchten eher gehen, andere länger bleiben. Kundin Gitta Nestler versteht das: „Die Händler sollen ihre Marktzeit selbst entscheiden, sie wissen schließlich selbst am besten, wann ihre Kunden kommen.“

In Gesprächen wird zudem immer wieder angemerkt, dass das Parkverbot in der Bahnhofstraße mittwochs zwischen 11 und 12 Uhr ungünstig ist. In dieser Zeit müssen Autos für die Kehrmaschine weichen. Bürger wünschen sich für die Straßenreinigung eine andere Zeit.