Colbitz l Vor 25 Jahren haben die sowjetischen Streitkräfte Deutschland verlassen. Nach deren Abzug hat die Bundeswehr den Truppenübungsplatz Altmark übernommen. Dessen Größe beläuft sich auf etwa 23.700 Hektar. Davon sind heute etwa 13.300 Hektar bewaldet.

„In enger Abstimmung mit der Bundeswehr hat der Bundesforstbetrieb seitdem zwei Millionen Bäume im Randbereich des Truppenübungsplatzes gepflanzt. Diese Bäume sind wichtiger Lärm-, Staub- und Sichtschutz für die angrenzenden Gemeinden“, sagt Forstdirektor Rainer Aumann. 1994 sei der Truppenübungsplatz durch intensive Übungen der Russen in weiten Bereichen durch große Rodungsmaßnahmen und zahlreiche Brände waldfrei gewesen. Das habe bei militärischen Übungen zu erheblichen Beeinträchtigungen der angrenzend wohnenden Bevölkerung durch Lärm und Staub geführt, da ein schützender intakter Waldsaum gefehlt habe, ergänzt Rainer Aumann.

Außengrenzen aufgeforstet

Gemeinsam mit der Bundeswehr hat das Bundesforstamt ein Konzept erarbeitet, um an den Außengrenzen des Truppenübungsplatzes wieder eine stufig aufgebaute und dicht geschlossene Waldpufferzone zu errichten. „Das Ergebnis ist die sogenannte Waldfunktionenkarte, in der genau festgelegt wird, wie der Wald in den unterschiedlichen Übungsarealen des Truppenübungsplatzes auszusehen hat“, erklärt der Forstdirektor. „Im Inneren des Platzes befindet sich der Kulissenwald. Er ist licht bestockt und dient den Soldaten für infanteristische Übungen sowie als Unterziehmöglichkeit von Fahrzeugen“, ergänzt Revierleiter Holger Wille.

So werden entlang der öffentlichen Verkehrswege – Bundesstraßen 71 und 189 sowie Heidestraße – dichte, stufig aufgebaute Waldbestände mit überwiegend ganzjährig begrünten Nadelbäumen initiiert, damit ein wirkungsvoller Sicht- und Blendschutz für die Autofahrer gegeben ist. „Um die angrenzenden Ortschaften werden breite und oft kilometerlange Waldbereiche ebenfalls sehr stufig gestaltet und dauerhaft dicht erhalten. Die Bewohner werden dadurch vor übermäßigen Beeinträchtigungen durch Lärm- und Staubentwicklung wirksam geschützt“, erläutert Rainer Aumann.

Aber nicht nur die Anzahl der Bäume, sondern auch ihre dicke und die damit verbundene Holzmasse in den Wäldern sei für die Lärmschutzwirkung wichtig. So habe sich der Holzvorrat in den Waldbeständen des Truppenübungsplatzes in den vergangenen 25 Jahren von 1,2 Millionen Kubikmetern auf 2,3 Millionen Kubikmeter erhöht. Der Holzvorrat beträgt somit 1,1 Millionen Kubikmeter. „Auch das trägt erheblich zur Verbesserung der Schutzwirkung für die angrenzenden Ortschaften bei“, meint Holger Wille. Die Waldpufferzone habe sich sehr gut entwickelt. Gleichzeitig sind aber auch 350.000 Kubikmeter Holz geerntet worden. Dies sei zur Bestandspflege notwendig und zudem sei Holz der wichtigste nachwachsende Rohstoff.