Meitzendorf l Ein Tag der offenen Tür fand am 6. August in den Räumen der Heimatstube auf dem „Alten Schulhof“ statt. Dazu hatte der Geschichtskreis Meitzendorf eingeladen, um erneut an den „schwarzen Tag“ von 1727 zu erinnern. Damals wütete ein schwerer Brand, der fast ganz Meitzendorf in Schutt und Asche gelegt hat. Zum 292. Mal jährt sich das Feuer, welches durch ein Gewitter ausgelöst wurde.

In diesem Jahr aber stand nicht das Gedenken an das unheilvolle Ereignis in der Geschichte des Ortes im Mittelpunkt, sondern die Freude über zwei Treppenlifts. Diese wurden an dem Tag mit einer kleinen Feierstunde offiziell in Betrieb genommen. Dazu hatte der Verein zahlreiche Sponsoren eingeladen. Für deren Unterstützung bedankte sich Bärbel Kriege im Namen des Vorstandes ganz herzlich. „Durch den Großbrand 1727 verloren viele Meitzendorfer ihr Hab und Gut. Doch gleichzeitig ist der Ort zu neuem Leben erweckt worden. Aus den umliegenden Orten wurden Lebensmittel und Kleidung gespendet. Später haben viele beim Wiederaufbau geholfen. Auch heute noch ist die Bereitschaft zur Hilfe groß. Nach unserem Spendenaufruf sind über 7000 Euro von Privatpersonen, Firmen und Vereinen zusammengekommen, den Rest hat der Eigenbetrieb Barleben aufgebracht. Vielen Dank!“

Treppe ist relativ steil

Notwendig wurde der Einbau, weil die Räumlichkeiten des Vereins nur über eine relativ steile Treppe zu erreichen sind. Und so war es gehbehinderten oder gebrechlichen Bürgern fast unmöglich, Veranstaltungen und Ausstellungen zu besuchen oder in die liebevoll eingerichtete Heimatstube zu gelangen.

„Das ist heute wirklich mal wieder eine Sternstunde und zeigt die große Hilfsbereitschaft und den Zusammenhalt in den Dörfern“, betonte Bürgermeister Frank Nase. Meitzendorf sei eine kleine, feine Gemeinschaft, die viel auf die Beine gestellte habe und damit beispielgebend sei. Ortsbürgermeister Peter Hiller ist ebenfalls stolz auf seine rührigen Bürger. „Was wären die Dörfer ohne Vereine und die ehrenamtliche Arbeit vieler Mitglieder? Sie bestimmen heute das Leben der Gemeinschaft.“ Zu den Sponsoren zählt auch der Lions Club Ohrekreis, der 700 Euro gespendet hatte und durch Schatzmeisterin Renate Raeck vertreten war. „Das haben wir sehr gern getan, weil das Geld gut und nachhaltig angelegt ist. Außerdem möchten wir mit unserer Spende die beispielhafte Arbeit des Geschichtskreises würdigen.“

Neue Einrichtung eingeweiht

Bevor dann die beiden Lifte ausprobiert wurden, stießen die Vereinsmitlieder, viele in historischer Tracht, mit ihren Gästen mit einem Glas Sekt an. Dass die neue Einrichtung unabsichtlich eine kleine Sektdusche abbekam, tat der guten Stimmung keinen Abbruch.

Zur Unterhaltung spielte der Posaunenchor Barleben. Abwechslung bot auch die neue Ausstellung zur Entwicklung des Dorfes. Zur Stärkung der Gäste hatten die Frauen des Vereins leckere Kuchen gebacken und die Tische festlich gedeckt. Außerdem wurde vor der Eingangstür gegrillt. Zum Abschluss lud Pfarrer Johannes Könitz zu einer Andacht ein.