Loitsche l Bei den beiden sogenannten Jahrhundert-Hochwassern der Elbe war Loitsche arg betroffen. Dabei war es die Ohre, die nicht in die Elbe abfließen konnte und deren Wasser in das Dorf eindrang. „Der Rückstau des Ohrewassers reichte bis nach Elbeu“, weiß Stefan Großmann, Projektverantwortlicher beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW).

Doch die Bedrohung für Loitsche soll der Vergangenheit angehören. „Es wird ein etwa 1,4 Kilometer langer Deich südöstlich von Loitsche errichtet“, informierte Burkhard Henning, Direktor des LHW. Baubeginn soll im Herbst dieses Jahres sein. Schon Ende vergangenen Jahres konnten Bagger beobachtet werden, die auf dem künftigen Baufeld am Ortsrand von Loitsche archäologische Untersuchungen vornahmen.

Wasser stand mitten im Ort

„Ab Sommer beginnen wir mit den bauvorbereitenden Maßnahmen. Dabei sind mehrere Leitungen umzuverlegen“, berichtete Projektleiter Stefan Großmann. Mittlerweile sei durch die Landgesellschaft Sachsen-Anhalt der notwendige Grunderwerb abgeschlossen worden. „Die Bauerlaubnis für den Deich liegt von allen betroffenen Eigentümern und Pächtern vor“, so Großmann weiter.

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Bis zu 4,5 Meter soll der Deich hoch werden. „Die Bauhöhe ist auf ein so genanntes hundertjähriges Hochwasser ausgerichtet. Außerdem sind die prognostizierten Bergsenkungen bis zum Jahr 2065 berücksichtigt worden“, machte der Projektleiter deutlich.

Baubeginn im Herbst

Das Deichbauwerk wird die Kreisstraße K 1170 queren. Für den Zu- und Abfluss des Seegrabens sind zwei Siele vorgesehen. Auch an das Wasser des Ramstedter Mühlengrabens und der Hangquellen im Dorf wurde gedacht. Dafür wird ein spezielles Schöpfwerk errichtet.

Rund fünf Millionen Euro wird der Deichbau kosten, der im Jahr 2020 abgeschlossen werden soll. „Wir werden die Loitscher Bürger über das Bauvorhaben noch eingehend informieren“, kündigte Burkhard Henning an. Das wird voraussichtlich auf der Gemeinderatssitzung im April sein.

Kosten von fünf Millionen Euro

Für den Hochwasserschutz wird es in den nächsten Jahren unweit von Loitsche weitere Bauvorhaben geben. So wird es künftig zwischen Zielitz und Wolmirstedt zwar nicht den zeitweilig angedachten Polder geben, sondern lediglich ein Überschwemmungsgebiet deklariert. Dafür erfolgt unter anderem die Aussiedlung der Bewohner am Alten Schacht. Die baulichen Anlagen sollen zurückgebaut und die Flächen renaturiert werden.

Außerdem wird ein Deichneubau nördlich der Glindenberger Chaussee zum Schutz des Handwerkerrings und der Straße errichtet. Am linken Ohredeich ist eine so genannte Überlauf-Schwelle vorgesehen, die Deichschäden durch unkontrolliertes Überströmen vorbeugen soll. Weitergehen soll es ab Herbst 2018 auch am Elbdeich zwischen Heinrichsberg und der Ohremündung. Ab 2019 sind dann Baumaßnahmen am Treueldeich vorgesehen. Zwischen Glindenberg und Heinrichsberg war der Deich bereits erneuert worden.