Colbitz/Zielitz l Sorgsam aufgereiht stehen die Bücher von Katrin Siebert auf den Tischen der Bibliothek in Zielitz. Daneben sitzt die Autorin und signiert ihr neuestes Werk für alle Interessierten, die sich das Buch kaufen - alles mit reichlich Abstand.

Mit der Neuerscheinung „Huckellauf“ hat sie ihre stetig wachsende Fangemeinde überrascht. Nach den Titeln „Augenblicke“ und „Maria Engelwang“ ist es bereits das dritte Buch, mit dem die in Colbitzer wohnende Hobbyautorin den regionalen Büchermarkt bereichert.

Nein, eine gebürtige Colbitzerin sei sie nicht, erklärte sie bei der Signierstunde der Volksstimme. „Aber mein Mann ist ein Ur-Colbitzer“, so Katrin Siebert. Scherzhaft werde sie daher hin und wieder als „Beute-Colbitzerin“ bezeichnet.

Vor acht oder zehn Jahren habe ihre Leidenschaft in einer Schreibgruppe des bekannten Autors Dietmar Kruczek begonnen. Das Erledigen von kleinen Schreibaufgaben habe ihr damals sehr viel Spaß gemacht. „Zum Beispiel sollten wir zwei kleine Geschichten von einem Storch und einem Frosch schreiben.“ Allerdings sollte jeweils am Ende der Geschichte einer der beiden triumphieren. „Alle Mitglieder der Schreibgruppe hatten dieses Thema bekommen. Gemeinsam wurden die Geschichten schließlich vorgelesen und ausgewertet. Das war ein schöner Lernprozess“, so Katrin Siebert. Kritik habe sie immer gerne angenommen. Um eine bessere Hobbyautorin zu werden, habe sie immer versucht, die Anmerkungen des Schreibgruppenleiters und der Mitglieder beim nächsten Mal umzusetzen.

Von der Entstehung ihres ersten Buches sei sie selbst ein wenig überrascht worden. Die vielen Geschichten, die im Laufe der Zeit in der Schreibgruppen entstanden und bereits in den Anthologien der Schreibgruppe veröffentlicht wurden, hat Dietmar Kruczek ihr schließlich in einem Buch zusammengefasst. „Das hat mich wirklich überrascht“, so Katrin Siebert.

Das Gefühl, mit einem veröffentlichten Buch auch andere an den Geschichten teilhaben zu lassen, muss Katrin Siebert wohl sehr gefallen haben, denn inzwischen liegt mit „Huckellauf“ bereits das dritte Buch von ihr vor.

„Mein Alltag ist immer sehr hektisch und anstrengend. Um mich zu entspannen, brauche ich das Schreiben“, erklärt sie. Und im Kopf habe sie immer eine Geschichte. Es seien oftmals Dinge, die sie selbst „überrumpeln“. Aber auch Geschichten aus ihrer Kindheit würden immer wieder in ihre Bücher einfließen. „Einige Geschichten sind in der Ich-Form geschrieben. Viele Leser denken dann, dass es in dem Fall auch meine Erlebnisse sind. Aber in einigen Fällen bin ich dann wirklich nur der Autor.“

Bei der Entwicklung von verschiedenen Charakteren in ihren Geschichten bediene sie sich häufig der Personen aus ihrem näheren Umfeld. „Die Personen, die es betrifft, erkennen sich im Buch eigentlich nie. Vielmehr sind es Leser, die mich später fragen: Na, in der Geschichte habe ich aber diesen Menschen wiedererkannt. Ich erwidere darauf in den meisten Fällen, dass dies ein purer Zufall ist.“

Und auch die Geschichten in ihrem neuen Buch „Huckellauf“ hat Katrin Siebert wieder sozusagen vor der Haustür auf der Straße gefunden.

Im Klappentext steht: „Das Leben ist ein Huckellauf. ‚Wenn ich an den Erwerb meiner Fahrerlaubnis denke, huckele ich ganz vorne mit‘, behauptet die Autorin, die wunderbar über sich selbst lachen kann. Mit hintergründigem Humor erzählt sie 13 Geschichten aus der mitteldeutschen Provinz, in denen sie Begegnungen mit einzigartigen Menschen und verrückte Begebenheiten aus ihrem Alltag schildert. So etwas denkt sich keiner aus. Das muss man erlebt haben!“

Auch das Schreiben als wissenschaftliche Arbeit sei für die Autorin eine großartige Aufgabe. „Es ist spannend, an einem solchen Thema zu arbeiten, mit Quellenrecherche und allem drum und dran“, sagt Katrin Siebert. Auf diese Weise habe sie in der Vergangenheit schon zwei Biografien für ein Lexikon geschrieben.

Doch das Schreiben von neuen Geschichten, um die Vielfalt der Menschen und der zahlreichen Situationen darzustellen, sei für sie immer noch die beste Möglichkeit, an der Tastatur in ihrem Büro neue Kraft für den Alltag zu sammeln.